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Facebook-Gruppe will Hetzer zur Strecke bringen

Wer auf Facebook menschenverachtende Postings einstellt, muss womöglich eine geheime Facebook-Gruppe fürchten. Laut österreichischen Medien hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, rechte Hetzer Behörden und Arbeitgebern zu melden.

Plakat bei einer Anti-Nazi-Demo

Leider kommt es in den sozialen Netzwerken immer wieder zu fremdenfeindlichen Äußerungen

Er schlug auf Facebook vor, einen Flammenwerfer gegen ein kleines Flüchtlingsmädchen einzusetzen - und verlor seine Lehrstelle. Die Geschichte eines 17-jährigen Österreichers, der durch einen hasserfüllten Post wohl seine eigene Zukunft ruinierte, sorgte in den vergangenen Tagen für Aufsehen. Laut der österreichischen Newsseite heute.at hat eine geheime Facebook-Gruppe den Arbeitgeber auf den menschenverachtenden Post des 17-Jährigen aufmerksam gemacht - und nicht nur den. Denn das eigentliche Ziel der Gruppe ist laut dem Bericht ein anderes: "Wir spüren menschenverachtende Postings auf, zeigen sie beim Verfassungsschutz an und informieren auch Arbeitgeber", zitiert heute.at einen Gründer der Gruppe. Der Azubi dürfte also nur ein erster prominent gewordener Fall gewesen sein. Derstandard.at berichtet, die Gruppe habe schon 300 Mitglieder und 80 Anzeigen erstattet. Wer der Gruppe beitreten will, muss einem der Administratoren eine Freundschaftsanfrage schicken. Dann wird derjenige überprüft und eventuell auch aufgenommen.

Kritikpunkt: Denunziantentum

Doch laut standard.at hat die Gruppe nicht nur Freunde: Auf Facebook werfen demnach andere User den Mitgliedern der Gruppe Denunziantentum vor. Allerdings, so die Nachrichtenseite, gibt es in Österreich vom Verfassungsschutz empfohlene Meldestellen für rechte Propaganda. Außerdem wurde Anfang Juli ein "Verhetzungsparagraf" beschlossen: Wer gegen Ausländer oder andere "Minderheiten" hetzt, macht sich strafbar. Und wer das auf der Facebook-Seite eines Radiosenders mit 450.000 Facebook-Fans tut, dem hilft auch die Verteidigung durch seine Eltern nichts mehr.

tkr

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Kommentare (0)

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    Stern-Moderation

    Die Passivität sozialer Netzwerke im Umgang mit fremdenfeindlichen Postings ruft Eigeninitative hervor. Aber ist die im Beispiel erwähnte Lösung der richtige Weg?

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