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29. Juni 2010, 11:16 Uhr

FDP verfehlt 5-Prozent-Marke

Neuer Umfrageschock für die FDP: Im stern-RTL-Wahltrend kommen die Liberalen nur noch auf 4 Prozent. So unbeliebt war die Partei zuletzt während der Möllemann-Affäre.

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Guido Westerwelle und die FDP: Keine Wende in Sicht - weder programmatisch, noch in der Wählergunst© Jens Schlueter/APN

Kurz vor der Wahl des neuen Bundespräsidenten ist die FDP in der Wählergunst auf den tiefsten Stand seit Ende 2002 gefallen. Im stern-RTL-Wahltrend verlor sie im Vergleich zur Vorwoche erneut einen Punkt und sackte erstmals seit achteinhalb Jahren auf 4 Prozent ab. Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, müsste sie also befürchten, an der 5-Prozent-Hürde zu scheitern. Bei der Wahl vor neun Monaten hatte sie noch ein Rekordergebnis von 14,6 Prozent erhalten. Zuletzt standen die Liberalen im stern-RTL-Wahltrend während der Möllemann-Affäre bei 4 Prozent.

Das Ergebnis ist ein weiterer Schlag für die seit Monaten kriselnden Liberalen. In einer Klausur hat sich die FDP am Montag mit ihrem Zustand beschäftigt. Ergebnis: Vom bisherigen Kurs wird nicht abgerückt. Am Dienstag überraschte dann allerdings Generalsekretär Christian Lindner mit der Aussage, die Ermäßigung der Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen durch Schwarz-Gelbe sei ein Fehler gewesen.

Die Union konnte sich im Vergleich zur Vorwoche um 2 Punkte auf 32 Prozent verbessern. Sie liegt aber weiter unter ihrem schwachen Ergebnis von 33,8 Prozent bei der Bundestagswahl im September. Die SPD hält sich wie in der Vorwoche bei ihrem bisherigen Jahreshoch von 27 Prozent. Auch die Grünen sonnen sich weiter im Umfragehoch, sie erzielen in der vierten Woche in Folge 18 Prozent. Die Linke verschlechtert sich um einen Punkt auf 11 Prozent. Für "sonstige Parteien" würden 8 Prozent der Wähler stimmen. Union und FDP liegen mit gemeinsam 36 Prozent mittlerweile 20 Punkte hinter SPD, Grünen und Linken (zusammen 56 Prozent).

Manfred Güllner, Chef des Forsa-Instituts, sagte dem stern, die FDP sei lange eine willkommene Alternative für unzufriedene Unions-Wähler gewesen. Güllner: "Doch in der Regierung hat sie sich für ihre Wähler als Partei ohne klare Inhalte und zugkräftiges Personal entpuppt und steht nun entzaubert, fast nackt da." Die Grünen hätten sich zum Auffangbecken der abgewanderten früheren SPD-Anhänger entwickelt.

Das Forsa-Institut befragte zwischen dem 21. und 25. Juni 2500 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

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mw/ben
 
 
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