Wenn Ihr Immobilienkredit ausläuft und eine Restschuld übrig bleibt, sollten Sie sich sehr frühzeitig um eine Anschlussfinanzierung kümmern. Wer zu spät kommt, den bestrafen die Banken. Von Katja Reith

Der erste Kredit für das Eigenheim läuft bald aus, in den meisten Fällen bleibt aber noch eine Restschuld übrig, die zu begleichen ist.© Colourbox.de
Vor Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten, haben Sie einen Kredit für Ihr Eigenheim aufgenommen. Ein lang gehegter Traum wurde Wirklichkeit. Seitdem zahlen Sie monatlich die fälligen Zins- und Tilgungsraten und haben die Kreditsumme nach und nach reduziert. Trotzdem bleibt in den meisten Fällen eine Restschuld übrig, wenn der Finanzierungskredit ausläuft. Die meisten Kreditnehmer können den Betrag von mehreren zehntausend Euro nicht auf einen Schlag und aus eigener Tasche bezahlen - sie müssen einen Anschlusskredit aufnehmen. Dabei stellt sich genau dieselbe Frage wie bei der ersten Finanzierung: Wie finde ich den besten Immobilienkredit?
Auch wenn es Zeit kostet: Wenn Sie Geld sparen wollten, sollten Sie sich wie bei Ihrem ersten Kredit ausführlich mit dem Thema Anschlussfinanzierung beschäftigen. Denn das letzte Gespräch mit Ihrer Bank ist in der Regel Jahre her: Nach Schätzungen von Christian Schmid-Burgk von der Verbraucherzentrale Hamburg schließen bis zu 80 Prozent der Kreditnehmer Ihr erstes Finanzierungsdarlehen über 20 Jahre oder länger ab. Seitdem hat sich der Kreditmarkt verändert. Vor allem der Markzins für Immobilienfinanzierungen wird nicht mehr der gleiche sein.
Ein Grund mehr sich rechtzeitig mit diesem Schritt auseinanderzusetzen und sich die Alternativen einer Anschlussfinanzierung anzuschauen:
Jeder dieser Alternativen kann die richtige sein, abhängig von Ihrer persönlichen Situation.
Unabhängig von der Laufzeit Ihres Kredites sollten Sie sich nach zehn Jahren das erste Mal mit dem Thema Anschlussfinanzierung beschäftigen. Denn jedes Darlehen kann danach mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten ohne Vorfälligkeitsentschädigung gekündigt werden. Ein Wechsel lohnt sich dann schon ab einem niedrigeren Zinssatz von 0,1 Prozentpunkten, sagt Schmid-Burgk.
Sollte sich eine Umschuldung zu diesem Zeitpunkt nicht lohnen, nehmen Sie sich Ihre Unterlagen drei Jahre vor Auslaufen Ihres Kredites erneut vor und stellen sich die Frage: Wie wird sich der Marktzins für Immobilienfinanzierungen in den kommenden drei Jahren verändern? Von dieser Vorhersage sollten Sie Ihre Entscheidung abhängig machen, ein Forward-Darlehen abzuschließen oder abzuwarten.
Ein Überblick über die Vor- und Nachteile der alternativen Anschlussfinanzierungen kann Ihnen die Entscheidung erleichtern.
Behalten Sie bei jeder Art der Anschlussfinanzierung - egal ob Prolongation, Umschuldung oder Forward-Darlehen - die monatlichen Raten mindestens bei, wenn Sie es finanziell stemmen können. Zwar zahlen Sie bei einem geringeren Darlehensvertrag weniger Zinsen - Sie können den Kredit durch höhere Tilgungsraten aber schneller abzahlen. Sollten Sie bisher also mit diese Raten zurecht gekommen sein, bleiben Sie dabei - langfristig profitieren Sie von dieser Entscheidung.
Für den Vergleich der verschiedenen Angebote, die Sie für eine Anschlussfinanzierung einholen, gelten die gleichen Maßgaben wie bei Ihrem ersten Immobilienkredit: Vergleichen Sie Restschuld, Effektivzins, Normalzins und alle anderen Vertragsbestandteile. Kai Warnecke von der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund sagt: "Vergleichen Sie in jedem Fall die Gesamtangebote und schauen nicht nur auf den Zinssatz!"
Zur besseren Übersicht können Sie unsere Checkliste nutzen, die Sie hier finden. Legen Sie das günstigste Umschuldungsangebot Ihrer Hausbank vor, wenn Sie bisher gute Erfahrungen mit den Beratern gemacht haben.