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26. Dezember 2007, 10:14 Uhr

Doping-Arzt will Nobelpreis

Er ist die Schlüsselfigur im Rad-Dopingskandal. Nun hat der spanische Sportarzt Eufemiano Fuentes im stern erzählt, er sei depressiv gewesen und fühle sich ungerecht behandelt. Fuentes hofft nun sogar auf ganz besondere Ehrungen.

Der spanische Arzt Eufemiano Fuentes sieht© Kiko Huesca/DPA

Der spanische Sportarzt Eufemiano Fuentes, Schlüsselfigur im großen Dopingskandal um Radfahrer und andere Sportler, hat jetzt im stern erstmals über die zurückliegenden eineinhalb Jahre gesprochen. "Ich war ganz unten", sagte Fuentes, "ich hatte eine Depression." Doch nun gehe es ihm wieder besser. "Mein Psychotherapeut sagt, mit der Zeit vergisst der Mensch traumatische Ereignisse."

Fuentes arbeitet auf Gran Canaria

Der stern traf den Arzt in seiner Heimat, auf der spanischen Insel Gran Canaria. Dort arbeitet der 52-Jährige seit einigen Monaten als Arzt in einem Gesundheitszentrum in Las Palmas. Er verrichte "Medizin auf Basisniveau", so Fuentes, und verdiene 2500 Euro im Monat.

Von der spanischen Justiz, die ihn im Mai 2006 in Untersuchungshaft nahm, fühlt Fuentes sich ungerecht behandelt: "Als sie mich festnahmen, durfte ich nicht mal meine Frau anrufen. Im Gefängnis wurde mir sogar der Ehering abgenommen! Auch die Unterwäsche zum Wechseln zogen sie ein. Ich war eingesperrt in eine Zelle ohne Fenster, ich wusste nicht, wie spät es ist."

Seine Aufgabe als Arzt hat Fuentes nach eigenen Aussagen darin gesehen, den Sportlern zu helfen, ihre übermenschlichen Anstrengungen auszuhalten. "Der Körper eines Radprofis ist nicht für drei Wochen Dauerbelastung geschaffen", so Fuentes. Nur dürfe diese wichtige Arbeit kein Pfuscher übernehmen: "Beim Doping werden alle in einen Topf geworfen. Aber die Verordnung eines Mittels durch einen, der sich auskennt, das ist eine andere Sache. Leistungssport ist ein Zirkus, in dem die Gesundheit der Athleten zweitrangig ist." Das sogenannte Doping sei für ihn, Fuentes, "therapeutische Medizin".

Inzwischen hofft Fuentes, dass seine Arbeit später einmal gewürdigt wird: "Vielleicht geben sie mir in 20 Jahren den Nobelpreis, vielleicht bauen sie mir ein Denkmal. Oder sie bringen mich um."

 
 
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