HOME

Kontakte zu Doping-Arzt: Ausgebrannter Ullrich verliert vor Gericht

Ganz schwarzer Freitag der 13. für Jan Ullrich: Professor Werner Franke darf weiter behaupten, dass er Geld an den Dopingarzt Eufemiano Fuentes gezahlt hat. Und zudem leidet das frühere Radsportidol an Burn-Out.

Der ehemalige Radprofi Jan Ullrich hat im Streit um seine angebliche Doping-Vergangenheit vor dem Hamburger Landgericht eine Niederlage erlitten. Seine Unterlassungsklage gegen den Heidelberger Dopingexperten Werner Franke wurde abgewiesen. Franke darf damit weiter behaupten, dass Ullrich mindestens 35.000 Euro an den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes überwiesen hat. Der Vorsitzende Richter Buske sah es als erwiesen an, dass es 2006 sogar Zahlungen über insgesamt 55.000 Euro gegeben hat.

Franke fordert deshalb auch eine persönliche Entschuldigung des gefallenen Radstars: "Wenn Ullrich ein Fünkchen Anstand hätte, würde ich spätestens jetzt mal eine Entschuldigung von ihm erwarten", sagte der 70-Jährige.

Nach der insgesamt vierjährigen gerichtlichen Auseinandersetzung sei das Urteil überfällig, meinte Franke: "Die Beweise gegen Ullrich liegen ja seit Jahren auf dem Tisch. Aber in Deutschland gilt eben ein besonderer Schutz für Promis. Eigentlich ist es ein Skandal, dass die Sache so lange gedauert hat."

Ullrich will sich erst einmal zurückziehen

Durch den Richterspruch ist nun indirekt belegt, dass Ullrich entgegen seiner bisherigen Aussagen Kontakt zu Fuentes hatte. Die Geldzahlungen an Fuentes gehen aus staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsakten hervor. "Diese Zahlungen sind erwiesen. Ullrichs Aussage, er habe nie eine Verbindung zu Fuentes gehabt - die mir von ihm unterschrieben vorliegt - ist damit eindeutig falsch", sagte Franke.

Ob Ullrich dadurch weitere juristische Konsequenzen drohen, hält Franke für fraglich: "Ich habe in all den Jahren den Glauben an die deutsche Justitz verloren. Es ist schon abenteuerlich, dass Ullrich bis heute nicht dafür belangt wurde."

Kurz vor der Urteilsverkündung am Freitag hatte Ullrich auf seiner Homepage mitgeteilt, dass er an einem Burn-Out-Syndrom erkrankt sei und sich deshalb für die kommenden Monate ganz aus der Öffentlichkeit zurückziehen werde. Die Erkrankung sei vor einigen Tagen diagnostiziert worden und erfordere eine längere Behandlung. "Um eine baldige Genesung zu ermöglichen, werde ich mich deswegen in den nächsten Monaten vollständig aus der Öffentlichkeit zurückziehen", sagte der 36-Jährige.

SID/ben/zen / SID

Wissenscommunity