5. Januar 2013, 09:39 Uhr

Armstrong erwägt Doping-Geständnis

Er gewann sieben Mal die Tour de France, verlor alle Titel und wurde lebenslang gesperrt. Zugegeben hat Lance Armstrong das Doping nie. Nun soll er laut einem Zeitungsbericht ein Geständnis erwägen.

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Bisher hat Radprofi Lance Armstrong Doping stets vehement bestritten©

Die Titel sind weg, der Ruf ist ruiniert: Für Lance Armstrong war 2012 ein Jahr voller Demütigungen. Nun erwägt der 41-Jährige nach einem Bericht der "New York Times" ein Doping-Geständnis.

Das Blatt bezieht sich dabei auf das Umfeld des ehemaligen Radsport-Profis. Demnach habe sich Armstrong bereits mit dem Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada, Travis Tygart, getroffen. Zudem sei ein Gespräch mit dem Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, David Howman, geplant. Armstrongs langjähriger Anwalt Tim Herman dementierte das aber und antwortete auf die Frage, ob sein Mandant Doping zugeben würde: "Lance muss da für sich selbst sprechen."

Lebenslang gesperrt

Armstrong waren nach umfangreichen Usada-Ermittlungen seine sieben Siege bei der Tour de France aberkannt worden. US-Fahnder hatten ihm aufgrund von Zeugenaussagen ehemaliger Teamkollegen, E-Mails, Geldzahlungen und Labor-Analysen jahrelanges systematisches Doping nachgewiesen. Bisher hatte der Amerikaner Doping stets vehement bestritten.

Die gefallene Radsport-Ikone darf wegen einer lebenslangen Sperre auch nicht den meisten Triathlon-Rennen teilnehmen, da die Mehrzahl der Veranstalter die Sperre der nationalen und internationalen Anti-Doping-Agenturen Usada und Wada akzeptieren. Wieder an Wettkämpfen teilnehmen zu dürfen, darin könnte die Motivation Armstrongs liegen, nun doch reinen Tisch zu machen.

Geständnis könnte teuer werden

Juristisch könnte ein Geständnis hingegen schwerwiegende Folgen haben. Armstrong hatte in mehreren Prozessen - teils unter Eid - ausgesagt, nie gedopt zu haben. Unterlegene Kontrahenten und Ex-Sponsoren fordern Geld zurück.

Die "New York Times" berichtete, keiner der Quellen aus dem Umfeld Armstrongs wolle namentlich genannt werden. Tygart lehnte einen Kommentar ab. Howman sei in seinem Urlaub in Neuseeland nicht erreichbar gewesen. Armstrong-Anwalt Herman will mit seinem Mandanten nach dessen Rückkehr von einem Urlaub auf Hawaii über die weiteren Schritte beraten.

Armstrong soll nach Darstellung der "New York Times" auch aus dem Umfeld seiner Stiftung "Livestrong" zu einem Geständnis gedrängt werden, um einen weiteren Imageschaden abzuwenden. Er hatte die Organisation nach einer überstandenen Hodenkrebs-Erkrankung gegründet.

lea/DPA
 
 
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