Mobile Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere
Darstellung auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
HOME

Banken wollen Kundendaten zu Geld machen

Deutschlands Banken wollen die Daten ihrer Kunden genauer analysieren, um maßgeschneiderte Angebote und Produktempfehlungen unterbreiten zu können. Provisionen sollen die Banken aber nicht bekommen.

  Banken in Deutschland wollen die Kundendaten stärker analysieren.

Banken in Deutschland wollen die Kundendaten stärker analysieren.

Deutschlands Geldhäuser wissen eine Menge über ihre Kunden - und dieses Wissen wollen sie zu Geld machen. Künftig wollen die Banken Kundendaten genauer analysieren. Laut dem Wirtschaftsmagazin "Capital" wollen Banken auswerten, wo jemand wohnt und welche Geschäfte er tätigt. Dafür nutzen die Geldinstitute Informationen zu Transaktionen und dem Wohnorte der Kunden. Auf dieser Datengrundlage sollen Kunden dann zugeschnittene Offerten aus dem Einzelhandel oder auch Empfehlung zu Versicherungs - und Energietarifen bekommen.

Dabei soll nicht das Geschäft mit Vermittlungsprovisionen für die Banken im Fokus stehen. Die Banken wollen vielmehr Zusatzangebote und Leistungen für den Kunden bieten, um Kontoführungsgebühren zu rechtfertigen. "Wenn die Banken die Kontodaten ihrer Kunden für neue Services verwenden, kann das durchaus im Interesse der Verbraucher sein, wenn alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden", sagte Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gegenüber "Capital".

Digitalisierung verschlafen

Die Digitalisierung scheint bislang fast spurlos an den Banken vorbei gegangen zu sein. So suchen die deutschen Geldhäuser beispielsweise nach passenden Lösungen im Bereich des mobilen Bezahlens - während Unternehmen wie Apple längst eigene Bezahldienste haben. Facebook macht es inzwischen möglich über das Netzwerk Geld zu versenden. Und Google betreibt einen eigenen Smartphone-Bezahldienst. "Wir haben zehn Jahre komplett geschlafen", gibt der Privatkundenvorstand einer großen deutschen Bank zu, "und hatten Glück, dass dies kaum jemand bemerkt hat."

Nun setzen die deutschen Banken aufs Digitale - hier erhoffen sie sich neue Erlöspotenziale im hart umkämpften Privatkundengeschäft.

Allerdings: Für Banken gelten strenge Datenschutzbestimmungen - und auch die Öffentlichkeit schaut kritisch auf die Bemühungen der Geldinstitute. "Die Bank darf die Kundendaten weder verkaufen, noch sie anderen Interessenten zur Nutzung überlassen und das Einverständnis der Kunden muss vorliegen", heißt es in den Bedingungen zur Datennutzung des Verbraucherschutzministeriums.

Die Pläne der Banken sind Teil der Capial-Titelgeschichte über die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft. In einer exklusiven Studie unter 100 führenden Unternehmen zeigt Capital, wie weit die Revolution fortgeschritten ist – und schaut in die Zukunftslabore der deutschen Wirtschaft. Die neue Capital erscheint am 19. März.

kg
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools