27. Juni 2011, 09:52 Uhr

Wirtschaft beklagt dramatischen Nachwuchsmangel

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag schlägt Alarm: Bundesweit sind derzeit noch rund 40.000 Lehrstellen unbesetzt – ein Viertel mehr als im vergangenen Jahr. Für potenzielle Bewerber hat die Nachricht jedoch auch ihr Gutes: Selbst in besonders beliebten Berufen sind noch Ausbildungsplätze frei.

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Auf Berufsstart-Foren und Lehrstellenbörsen versucht die deutsche Wirtschaft Nachwuchs zu rekrutieren. Die Resonanz bleibt gering©

Industrie, Handel und Gastronomie klagen nach Angaben des Deutschen Industrie- Handelskammertages (DIHK) über einen dramatischen Nachwuchsmangel. "Bundesweit sind in den Lehrstellenbörsen der Industrie- und Handelskammern derzeit rund 40.000 Ausbildungsplätze frei - ein Viertel mehr als 2010", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann den "Ruhr Nachrichten". Eine ganze Reihe von Kammerbezirken vermeldeten inzwischen mehr als 1000 unbesetzte Ausbildungsplätze, darunter Stuttgart, Hannover, Berlin, Hamburg, Dresden oder auch Erfurt.

"Für Jugendliche, die jetzt noch keine Stelle haben, bedeutet dies, sie haben noch alle Chancen: In nahezu jedem Beruf sind noch Lehrstellen zu haben", sagte Driftmann. Das gelte auch für besonders beliebte Berufe wie Mechatroniker, Fachinformatiker oder Bank- und Versicherungskaufleute. Angesichts der großen Zahl offener Ausbildungsplätze befürchtet der DIHK-Präsident, "dass in diesem Jahr mehr als 55.000 Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben".

Problem: Rückläufige Schulabgängerzahlen

Ein Grund für die hohe Zahl an freien Plätzen sei der Bewerberrückgang. Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, sagte der "Bild"-Zeitung, die rückläufigen Schulabgängerzahlen wirkten sich immer spürbarer aus. "Wir laufen in ein Strukturproblem."

Laut Driftmann werde der Trend auch durch die doppelten Schulentlassungsjahrgänge in Bayern und Niedersachsen und die Aussetzung der Wehrpflicht nicht ausgeglichen. Auch 2011 sinke die Zahl der Abgänger aus Haupt- und Realschulen, der Hauptklientel für eine Berufsausbildung, um weitere 3,5 Prozent.

kng/DPA/AFP
 
 
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