Sicher, aber schlecht bezahlt

5. Oktober 2005, 15:53 Uhr

Wer eine Ausbildung zum Altenpfleger macht, findet fast sicher einen Job. Allerdings gehört dieser Beruf zu den am schlechtesten bezahlten Tätigkeiten in Deutschland.

Wer im Osten pflegt, verdient am wenigsten©

Mitarbeiter in der Altenpflege sind gefragt, denn immer mehr Menschen werden immer älter, und viele von ihnen benötigen professionelle Hilfe. Das Gehaltsniveau in der Altenpflege, so eine aktuelle Auswertung der Hamburger Vergütungsberatung Personalmarkt, ist regional allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt: Wer beispielsweise in Sachsen oder Thüringen pflegt, verdient am wenigsten.

Die Altenpflege ist ein anerkannter nichtärztlicher Heilberuf im Bereich medizinisch-sozialer Dienstleistungen. Altenpfleger betreuen und pflegen hilfsbedürftige alte Menschen in Pflegeheimen, Seniorenresidenzen, Sozialstationen oder Pflegediensten. Von den insgesamt 4,2 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen waren im Jahr 2003 laut Statistischem Bundesamt insgesamt 286.000 in der Altenpflege beschäftigt - Tendenz steigend. Denn Schätzungen zufolge wird es bis 2050 einen Zuwachs von 3,5 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland geben.

Was verdient ein Altenpfleger inDurchschnittliches Jahresbruttogehalt
Sachsen20.600 Euro
Thüringen20.700 Euro
Berlin24.400 Euro
Schleswig-Holstein27.000 Euro
Bayern ohne München27.000 Euro
Hessen29.100 Euro
Hamburg29.300 Euro
Baden-Württemberg29.900 Euro
Ruhrgebiet30.000 Euro
München31.800 Euro

Wer eine Ausbildung zum Altenpfleger macht, findet daher fast sicher einen Job. Fragt sich nur, zu welchen Bedingungen. Personalmarkt wertete die aktuellen Gehälter von Fachkräften in der Altenpflege aus und kam zu folgendem Ergebnis: Das Gehaltsniveau ist regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. In Sachsen werden die niedrigsten Gehälter gezahlt, in München die höchsten.

Altenpfleger gehören jedoch zu den am schlechtesten bezahlten Berufen in Deutschland. Tim Böger, Geschäftsführer von Personalmarkt, kennt einen der Gründe: "Wie viele andere Arbeitnehmer in sozialen Berufen leiden Altenpfleger oft unter ihrer Einstellung: Sie helfen einfach gern. Das Gehalt steht bei vielen im Hintergrund." Hinzu kommt, dass viele private Betreiber eines Pflegedienstes deutlich unter Tarif zahlen.

Das Gros der Altenpflegekräfte sind übrigens Frauen. Die von Personalmarkt ausgewerteten Gehaltsdaten verteilen sich zu 61 Prozent auf Frauen, zu 39 Prozent auf Männer.

Heike Friedrichsen/Personalmarkt

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