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Männerfeindliche Thesen? Da wurde diese alleinerziehende Kellnerin gefeuert

Ein Mann bezeichnete seine Kellnerin in einer Bewertung als Männerfeindin – darauf verlor die alleinerziehende Mutter nach acht Jahren ihren Job. Der Besitzer setzte sie einfach für die Tür.

In ihrer politischen Arbeit kämpft Moira Walsh für eine Anhebung des Mindestlohns.

In ihrer politischen Arbeit kämpft Moira Walsh für eine Anhebung des Mindestlohns.

Moira Walsh ist nicht nur Kellnerin, sie ist Abgeordnete der Demokraten für Rhode Island im Parlament des Bundesstaates. Um Geld zu verdienen, arbeitete sie im Classic Cafe in Providence. Ihr Chef meinte nun, dass die 26-Jährige ihre politischen Ansichten während der Arbeit nicht für sich behalten konnte. Und feuerte sie. 

Besitzer Raymond Burns sagte, eine Bewertung des Cafés auf dem Internetportal Yelp habe das Fass zum Überlaufen gebracht. Dort beschwerte sich ein Kunde über die "männerfeindlichen Ansichten" der Servicefrau.

Moira Walsh bestreitet im "Providence Journal", dass sie bereits zuvor verwarnt worden sei. Und sieht hinter ihrer Entlassung einen Anschlag auf die Verfassung, weil sie wegen ihrer Ansichten und nicht wegen eines schlechten Dienstes gefeuert wurde. Tatsächlich ist es nicht einfach zu verstehen, was tatsächlich vorgefallen war. Der Kunde fühlt sich wohl von den Ansichten gestört, die Walsh im Radio und in den sozialen Netzwerken von sich gegeben hat. Es war gar nicht die Rede davon, dass sie ihn beim Essen mit Polit-Parolen traktiert hätte.

Ruck-zuck gefeuert

Walsh hatte den acht Jahre. Für ihre politische Tätigkeit erhält sie eine Entschädigung von 15.000 Dollar, sie benötigt die Arbeit im Café, um über die Runden zu kommen. Im lokalen Radio erklärte sie: "Er hat zu mir gesagt: 'Du weißt, wir sind stolz auf deine politische Arbeit, aber deine Ansichten schädigen das Geschäft und wir müssen deine Beschäftigung jetzt beenden.'"

Moira Jayne Walsh im Parlament.

Moira Jayne Walsh im Parlament.


Die inzwischen gelöschte Beschwerde störte sich unter anderem an einem Weihnachtsgruß von Walsh. Sie hatte geschrieben: "Meine Wünsche gehen zu den Frauen und den Trans. Der Rest der ist mir egal." Die streitbare Frau wurde bekannt, weil sie offen über ihren Kampf als alleinerziehende Mutter mit einer schlecht bezahlten Arbeit berichtete. Dabei scheut sie die Konfrontation nicht: "Führen meine Bemerkungen dazu, dass sich Männer schlecht fühlen? Ja, klar!"

Viele Kunden halten zu Walsh

Der Besitzer schrieb in einem Statement: "Walsh fing oft politische Diskussionen mit unseren Kunden an, dann setzte sie sich zu ihnen an den Tisch. In ihrer Arbeitszeit. Wir haben sie öfter darauf hingewiesen, dass sie weiter arbeiten und diese Gespräche in ihrer Freizeit machen solle." 

Für das Café hat sich der Rausschmiss sicher nicht gelohnt. Die Beschwerde-Bewertung wurde inzwischen gelöscht, dafür häufen sich nun negative Einträge. Ein langjähriger Kunde, Alex L., schreibt sich seine Enttäuschung vom Leib: "Hier fühlten sich meine Frau und ich wie zu Hause. Das hat aufgehört, als man Moira Walsh gefeuert hat. Moira ist eine wunderbare Kellnerin. Der Besitzer hat absolut falsch reagiert." Walsh schrieb auf Facebook: "Wenn man für seine Rechte eintritt, ist es nie einfach. … Aber ich werde nicht still sein. Ich mache einen Eine-Frau-Aufstand!" 

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