13. Februar 2013, 16:42 Uhr

Das 80-Millionen-Ding

Die Deutsche Bank hat mitten in der Finanzkrise einen Rekordbonus abgesegnet. Nach stern-Informationen sollte ein Investmentbanker für das Jahr 2008 mit 80 Millionen Euro belohnt werden.

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Während der Finanzkrise verantwortete er das Investmentgeschäft der Deutschen Bank: der heutige Vorstandschef Anshu Jain©

Die Deutsche Bank hat im Jahr 2009 einem einzelnen Investmentbanker einen Rekordbonus von 80 Millionen Euro für das zurückliegende Jahr genehmigt. Wie der stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, sollte mit dieser Summe der Zinsspekulant Christian Bittar belohnt werden, gegen den inzwischen wegen der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor ermittelt wird und den das Institut 2011 entlassen hat.

Die Höhe des Bonus ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich: Der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat zu seiner besten Zeit 14 Millionen Euro im Jahr verdient, Festgehalt plus Bonus. Für das Finanzkrisenjahr 2008 kassierte der Schweizer nur 1,4 Millionen Euro - auf einen Bonus verzichtete er damals, wie alle anderen Vorstände auch.

Der Bonus-Anspruch von Bittar ergab sich nach stern-Informationen aus einer vertraglichen Formel, nach der dem Investmentbanker ein fixer Prozentsatz der von ihm erzielten Spekulationsgewinne zustand. Der Gewinn soll in einem Jahr 500 Millionen Euro betragen haben. Der Vorstand akzeptierte Anfang 2009 den Bonus-Anspruch und beschloss lediglich, die Auszahlung über mehrere Jahre zu strecken. Als Bittar 2011 die Bank verlassen musste, wurden – wie schon mehrfach berichtet wurde – die letzten 40 Millionen Euro einbehalten.

Die Absprachen zur Festlegung des Referenzzinssatzes Libor gelten als einer der größten Skandale der Finanzgeschichte. Mehrere Banken mussten inzwischen Strafen über mehrere hundert Millionen Euro zahlen. Auch die Deutsche Bank hat entsprechende Rückstellungen gebildet. Die Zinsspekulationen fielen in die Zuständigkeit des heutigen Vorstandschefs Anshu Jain.

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lw
 
 
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