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27. April 2009, 14:20 Uhr

Deutsche Rüstungsexporte legen um 70 Prozent zu

Die deutschen Rüstungsexporte sind in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 70 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstituts hervor. Damit liegt Deutschland weltweit auf Platz drei der Rüstungsexporteure.

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Besonders Panzer und U-Boote wurden in den letzten fünf Jahren exportiert© Bundeswehr/Modes dpa

Wie das "Stockholm International Peace Research Institute" (SIPRI) am Montag mitteilte, haben die Rüstungsexporte aus Deutschland in den letzten fünf Jahren um mehr als 70 Prozent zugenommen. Mit einer Steigerung von 123 Prozent haben sich die Ausfuhren an europäische Abnehmer sogar mehr als verdoppelt. Insgesamt hat Deutschland von 2004 bis 2008 laut SIPRI Rüstungswaren im Gesamtwert von 11,5 Milliarden Dollar exportiert.

57 Prozent aller deutschen Rüstungsexporte gingen an europäische Abnehmer. Die wichtigsten Abnehmerländer waren die Türkei (15,2 Prozent), vor Griechenland (12,9 Prozent) und Südafrika (12,4 Prozent). Vor allem Panzer vom Typ Leopard-2A4 und teilweise im Ausland unter Lizenz hergestellte U-Boote waren besonders gefragt. "Dahinter steckt keine spezielle Strategie", so der zuständige SIPRI-Experte Mark Bromley. "Im Moment sind eben gerade Waffensysteme wie U-Boote gefragt. Da gehört Deutschland zu den wenigen Ländern, die liefern können."

Deutschland hat seinen Weltmarktanteil am Waffenhandel im letzten Fünf-Jahres-Zeitraum von sieben auf zehn Prozent gesteigert. Mehr Rüstungsgüter führten nur noch die USA (31 Prozent) und Russland (25 Prozent) aus. Die SIPRI-Zahlen über deutsche Rüstungsausfuhren liegen in der Regel deutlich höher als offizielle heimische Angaben, weil das Stockholmer Institut auch den Handel mit gebrauchter Militärausrüstung sowie andere Formen mit Militärhilfe mit einrechnet.

Auch weltweit sind die Rüstungsexporte in den letzten fünf Jahren gestiegen, und zwar um 21 Prozent. Besonders massiv wird dabei in der Konfliktregion Nahost aufgerüstet. Die Ausfuhren an diese Länder stiegen um 28 Prozent und machten 18 Prozent des Handels mit Rüstungsgütern überhaupt aus.

Russland steigerte seine Rüstungsausfuhren um 14 Prozent und belieferte vor allem Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika. China etablierte sich immer mehr als Waffenhersteller und drosselte deshalb die Rüstungseinfuhren als bisher mit Abstand wichtigster Importeur von Waffen.

DPA
 
 
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