Die Antarktis besteht nicht nur aus Eis, Robben und Pinguinen: Auch am Meeresboden ist einiges los. Eine Studie zeigt, was Forscher in den letzten Jahrzehnten in 90 Expeditionen entdeckt haben.
Schwämme, Seeigel, Flohkrebse, Eisfische oder Hornkorallen: Zahlreiche Tiere bevölkern den Meeresboden in der Antarktis. Seit 1956 haben Forscher die Lebensgemeinschaften in mehr als 90 Expeditionen dokumentiert. Fänge vom Meeresgrund, Beobachtungen von Tauchern und Aufnahmen von Unterwasserrobotern lieferten wertvolle Informationen, die nun erstmals gesammelt in einer im Fachjournal "Nature Conversation" veröffentlichten Studie publiziert werden.
Hauptautor der Studie ist Julian Gutt vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meersforschung in Bremerhaven. Der Wissenschaftler befindet sich derzeit an Bord der "Polarstern", dem Forschungsschiff des AWI. Mit ihren Studien haben die Wissenschaftler bereits Einblicke in die Vielfalt der Unterwasserwelt geliefert.
Durch die Erderwärmung verändert sich auch die Antarktis. Ganze Gebiete, wie das Larsen-Schelfeis, brechen ab - und geben so den Blick frei auf ein einzigartiges Ökosystem. Diese Gebilde, die von der Form her ein wenig an Öllampen erinnern, sind Seescheiden. Die Wissenschaftler des AWI vermuten, das die schell wachsenden Manteltiere die ersten Besiedler der Region darstellen. Auf der Seescheide im Vordergrund haben sich Meeresasseln und ein Schlangenstern niedergelassen.