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Volkszählung Kurioser Trend in Tschechien: Zahl der Jedi-Ritter ist gestiegen

Mark Hamill als Luke Skywalker in "Die Rückkehr der Jedi-Ritter". Jedi-Ritter sind in Tschechien recht beliebt.
Mark Hamill als Luke Skywalker in "Die Rückkehr der Jedi-Ritter". Jedi-Ritter sind in Tschechien recht beliebt.
© Mary Evans / Archive Lucasfilm / Allstar / Imago Images
Im vergangenen Jahr fand in Tschechien eine Volkszählung statt. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor. Sie zeigen: Die Zahl der Menschen, die sich den Jedi-Rittern zugehörig fühlen, ist gestiegen. 

Zunächst zu den gängigen, gewöhnlichen Angaben, denen gemeinhin nichts Kurioses anhaftet und die zu jeder Volkszählung gehören, wie zum Beispiel das Alter. Das Durchschnittsalter beträgt in Tschechien 42,7 Jahre. Damit ist die Bevölkerung im Schnitt um 1,7 Jahre älter geworden seit dem letzten Zensus im Jahr 2011. Von März bis Mai 2021 hat Tschechien erneut eine Volkszählung durchgeführt. Jetzt liegen Ergebnisse vor. 

Unser östliches Nachbarland zählt laut aktuellem Zensus 10,52 Millionen Einwohner, 87.600 mehr als noch 2011. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt in vier von insgesamt 14 Kreisen, darunter die Hauptstadt Prag. Der Ausländeranteil in Tschechien liegt bei 4.7 Prozent, die ukrainische Staatsbürgerschaft ist dabei am häufigsten verbreitet (1.4 Prozent), gefolgt von der slowakischen (0.9 Prozent) und der vietnamesischen (0.5 Prozent). 

 

Als das Tschechische Statistikamt vergangene Woche bei einer Pressekonferenz erste Ergebnisse der Volkszählung 2021 vorstellte, ging es auch um Jedi-Ritter, die Helden aus den "Star Wars"-Filmen. Denn der aktuelle Zensus hatte ergeben: Die Zahl der Jedi-Ritter in Tschechien ist gestiegen. Hatten 2011 insgesamt 15.055 Menschen angegeben, Jedi-Ritter zu sein, waren es zehn Jahre später 21.023 Personen. Eine offizielle Religion ist der Jediismus nicht, aber er erfreut sich offensichtlich wachsender Beliebtheit. 

Jediisten verstehen laut der Fanpage "Jepipedia" die Macht, der sie dienen, als allgegenwärtige, karmische Energie. Sie sehen es als ihre Aufgabe an, in ihrem Umfeld für Frieden und Harmonie zu sorgen. Den Sith, der Dunklen Seite der Macht im "Star Wars"-Universum, fühlen sich in Tschechien hingegen nur 516 Personen zugehörig. 

Bereits 2011 waren die Jedi-Ritter in Tschechien beliebt

Jolana Voldánová vom Tschechischen Statistikamt sagt auf Anfrage, dass sie keine Gründe für die wachsende Zahl der Jedi-Ritter nennen könne. Warum jemand eine bestimmte Kirche, religiöse Gemeinschaft oder Bewegung angebe, werde nicht abgefragt. Sie weist aber daraufhin, dass im Zensus 2011 Jedi-Ritter das erste Mal als spezifische religiöse Bewegung aufgeführt wurde. Es könnte sein, so Voldánová, dass das Bewusstsein für die Jedi in der Öffentlichkeit dadurch gestärkt worden sei und das auch den Zensus 2021 beeinflusst habe. 

Der Trend mit den Jedi-Rittern kommt aus dem angelsächsischen Raum. 2001 tauchten sie erstmals in Großbritannien in der offiziellen Bevölkerungsstatistik auf, bleiben aber eine Spaßreligion. 2016 entschied eine Kommission in London, dass der Jediismus nicht wohltätig und offiziell keine Religion ist. In Australien bat die Atheist Foundation of Australia (AFA) die Bevölkerung im selben Jahr, bei der Volkszählung nicht "Jedi" anzukreuzen. Der Kontinent wirke dadurch deutlich religiöser, als er in Wirklichkeit sei, befürchteten die Atheisten. Im Jahr 2002 hatten sich in Australien bereits 70.000 Menschen zum Jediismus bekannt. 

In Tschechien spielt Religion laut aktuellem Zensus hingegen keine allzu große Rolle. 69.9 Prozent der Befragten machten freiwillige Angaben zu Glauben und Religion. Bei rund zwei Drittel von ihnen lautete die Antwort: "ohne religiösen Glauben". Womöglich wird der ein oder andere von ihnen ja noch zum Jedi-Jünger. 

Quellen: Tschechisches Statistikamt, Jepipedia, stream.cz"Der Spiegel", "FAZ"


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