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2. Oktober 2009, 17:07 Uhr
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So wird der BH zur Gasmaske

Bei einer kuriosen Veranstaltung an der Elite-Uni Harvard bekommen Forscher jedes Jahr Preise für seltsame Experimente. Dieses Jahr gab es den "Ig-Nobelpreis" etwa für einen BH, der zur Gasmaske wird. Auch ein Selbstversuch übers Knöchelknacken wurde prämiert.

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Wolfgang Ketterle, Physik-Nobelpreisträger des Jahres 2001, prüft den Gasmasken-BH© Steven Senne/AP

Nun ist es bewiesen: Glückliche Kühe geben mehr Milch. Catherine Douglas und Peter Rowlinson von der britischen Newcastle-Universität fanden heraus, dass Kühe mit einem Namen wie Daisy, Buttercup oder Bessie mehr Milch produzieren als ihre anonymen Artgenossen. Für diese Entdeckung sind die beiden Wissenschaftler jetzt mit einem Preis der besonderen Art geehrt worden. Sie erhielten am Donnerstagabend bei einer Gala in der renommierten Harvard-Universität im amerikanischen Cambridge den Ig-Nobelpreis für Veterinärmedizin. Die vom Magazin "Annals Of The Improbable Research" vergebene Auszeichnung ehrt außergewöhnliche Forschung, die die Menschen "zunächst zum Lachen und dann zum Nachdenken" bringt.

Douglas widmete ihren Preis Purslane, Wendy und Tina - "den nettesten Kühen, die ich je kennengelernt habe". Sie konnte allerdings nicht persönlich an der Zeremonie teilnehmen, weil sie gerade ein Kind bekommen hatte. Stattdessen schickte sie ein Foto von sich, ihrer Tochter im Kuhkostüm und einer Kuh. Insgesamt hatte sie mit ihrem Kollegen 516 Kühe unter die Lupe genommen. Die "getauften" Tiere gaben in den zehn Monaten ihrer Melkzeit bis zu 270 Liter mehr Milch als die namenlosen Kühe.

Knöchelknacken für die Wissenschaft

Den Ig-Nobelpreis für Medizin erhielt der 83-jährige US-Forscher Donald Unger für 60 Jahre Knöchelknacken. Seine Mutter hatte ihm die schlechte Angewohnheit einst mit dem Hinweis verboten, er ruiniere damit seine Hände. Seither ließ Unger sechs Jahrzehnte lang Tag für Tag die Knöchel seine linken Hand schnackeln, die andere blieb verschont. Ergebnis: Seine Mutter behielt unrecht. "Ich schau mir meine Finger an und sehe an keiner Hand auch nur den geringsten Anflug von Arthritis", triumphierte er.

Der besonders begehrte Friedenspreis ging an ein Team der Universität Bern in der Schweiz. Die Forscher wollten durch handgreifliche Experimente herausfinden, ob für Schläge auf den Kopf eine volle oder eine leere Bierflasche besser geeignet ist. Letztlich ergaben sich allerdings keine großen Unterschiede.

Der Name der Auszeichnung - Ig-Nobel - ist ein Wortspiel mit dem englischen Ausdruck "ignoble", der so viel wie schändlich oder lächerlich bedeutet. In der Fachwelt sind die Preise, die dieses Jahr zum 19. Mal vergeben wurden, allerdings schon längst keine Schande mehr. Die Vergabe übernehmen traditionell mehrere echte Nobelpreisträger, diesmal unter anderem Wirtschaftsexperte Paul Krugman (2008), Chemiker Martin Chalfie (2008) und Schriftsteller Orhan Pamuk (2006).

Büstenhalter können Leben retten

Mit einer möglicherweise lebensrettenden Erfindung konnten drei Frauen aus Chicago aufwarten. Sie präsentierten einen BH, der sich in Notfällen ruckzuck in eine Gasmaske für zwei Personen verwandeln lässt. Teamchefin Elena Bodnar führte das Patent in der Praxis vor und gab jedem Preisträger ein persönliches Exemplar mit. Man weiß ja nie.

Weitere Auszeichnungen gab es für drei mexikanische Forscher, die aus Tequila Diamanten machten. Der Literaturpreis ging an die irländische Polizei, die dem größten Verkehrssünder des Landes mehr als 50 Strafzettel ausgestellt hatte: Sein Name Prawo Jazdy bedeutet auf polnisch Führerschein. Den Physikpreis schließlich verdiente sich ein interdisziplinäres Forscherteam von drei US-Universitäten. Es fand heraus, dass schwangere Frauen nicht vornüber fallen, weil ihre Wirbelsäule sich anders krümmt als die von Männern.

Nada Weigelt/DPA/AP
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