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Physik-Nobelpreis: Ein halber Preis für Digitalkamera-Pioniere

Den Physik-Nobelpreis teilen sich dieses Jahr drei Forscher. Die eine Hälfte geht an Willard Boyle und George Smith, die den in jeder Digitalkamera enthaltenen CCD-Chip entwarfen. Der Chinese Charles Kao hat etwas entwickelt, mit dem das Internet auf Geschwindigkeit kommen konnte.

Willard Boyle (l) und George Smith (r) entwickelten den CCD-Chip. Hier sind die Forscher im Jahr 1974 zu sehen

Willard Boyle (l) und George Smith (r) entwickelten den CCD-Chip. Hier sind die Forscher im Jahr 1974 zu sehen

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an drei Forscher, die Digitalkameras und die schnelle Kommunikation über Glasfasern ermöglichten. Der gebürtige Chinese Charles Kao legte die Grundlagen für die rasend schnelle Datenleitung über Glasfasern und erhält dafür eine Hälfte des Preises. Die Arbeiten von Willard Boyle (USA, Kanada) und George Smith (USA) führten zu lichtempfindlichen CCD-Chips in Digitalkameras, Scannern oder Faxgeräten. Sie teilen sich die zweite Hälfte des Preisgeldes von knapp einer Million Euro (zehn Millionen Schwedische Kronen). Beides seien "revolutionäre optische Technologien" teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften heute in Stockholm mit. Mit ihren Entdeckungen legten die Wissenschaftler die Grundlagen für die moderne Kommunikation rund um den Globus via Telefon oder Internet. Alle drei Forscher sind bereits im Ruhestand.

Boyle und Smith haben den CCD-Chip geschaffen: Wenn Licht auf seine Oberfläche fällt, sammeln sich an dieser Stelle elektrische Ladungen. Dies lässt sich elektronisch auslesen, in Messwerte umsetzen und speichern. Je stärker das einfallende Licht, desto stärker das resultierende Signal - so lässt sich eine Szene blitzschnell in ihre Helligkeitswerte übersetzen. Moderne Digitalkameras haben Chips mit mehr als zehn Millionen Feldern, die binnen Sekundenbruchteilen ausgelesen werden. Diese Technik hat die rund 150 Jahre alte chemische Fotografie binnen weniger Jahre fast vollständig abgelöst.

Dank Kao können viele Signale als Lichtimpulse gleichzeitig und über weite Entfernungen durch feinste Leitungen aus Glas reisen. Das können Bilder, Texte, Telefonate, ganze CDs oder Anweisungen für eine ferngesteuerte Fabrik sein.

Im vergangenen Jahr hatten sich der US-Forscher Yoichiro Nambu und seine japanischen Kollegen Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa den Preis geteilt. Sie waren für fundamentale Erkenntnisse in der Teilchenphysik ausgezeichnet worden. Die Entdeckung und Erklärung bestimmter sogenannter Symmetriebrechungen hatte das Verständnis der Natur entscheidend verbessert.

Am Montag war der Medizin-Nobelpreis den US-Forschern Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak zugesprochen worden, die bahnbrechende Entdeckungen zur Alterung von Zellen gemacht hatten. Am Mittwoch werden die Träger des Chemie-Nobelpreises benannt. Die feierliche Überreichung findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

DPA / DPA