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BMW 320d: Einer für alle Fälle

Der 3er von BMW ist ein klassenloses Auto. Junge Paare, Singles und Rentner; die bayrische Mittelklasse ist der Liebling der Massen. Das beste Paket bildet der BMW 320d.

Vielen Modellen in der Mittelklasse hängt die Bezeichnung "Vertreterschleuder" an, beste Beispiele sind Mondeo, Vectra oder Passat. Der 3er BMW kann darüber nur lächeln. Auch er wird häufig als Dienstwagen in mittlerer Position geordert, doch müssen sich seine Käufer nicht zwangsläufig mit teuren Extras von der schnöden Masse abheben. Wer 3er sagt, denkt an Sportlichkeit und Dynamik. Dabei ist es keinesfalls normal, dass das Volumenmodell auch das beste Paket bietet. Anders beim 320d. Er betört Herz und Kopf, macht Spaß und schont den Geldbeutel. Wäre nicht der Kaufpreis.

Der Zweiliter-Diesel mit neuester Commonrail-Technik leistet 120 kW / 163 PS. Das ist mehr als genug, um den 1,5 Tonnen schweren Bayern auch einmal über enge Bergstraßen oder die A8 zu scheuchen. Das maximale Drehmoment von 340 Nm wird über Umwege an die Hinterachse übertragen. Mit der Gewichtsverteilung von 50:50 fährt sich der Volumen-BMW agiler denn je. Keine nervigen Antriebskräfte am Steuer oder Vorderräder, die bei schlechtem Fahrbahnbelag allzu früh die Regelsysteme bemühen. Gerade in den unteren Gängen geht es engagiert zur Sache. 0 auf 100 km/h in 8,3 Sekunden sagt dabei noch weniger aus als der kraftvolle Zwischenspurt 80 bis 120 km/h in 6,7 Sekunden. Dafür muss man allerdings vom fünften in den dritten Gang zurückschalten. Gerade die überzeugende Handschaltung hat ihren Anteil am Fahrspaß.

Garant für den Erfolg

Das Gesamtpaket Antrieb, Lenkung und Fahrwerk ist Garant für den Erfolg. Erfreulich: Der Durchschnittsverbrauch von 6,1 Litern Diesel auf 100 km hielt sich selbst bei sportlicher Fahrweise im Rahmen: 1000 Kilometer sind mit einer Tankfüllung zu machen. Die Höchstgeschwindigkeit von gemessenen 230 km/h (Tachoanzeige 242 km/h) unterstreicht abermals, dass mehr 3er BMW kaum sein muss. Für das nötige Umweltbewusstsein sorgen Euro4 und der Partikelfilter.

Doch es gibt auch negative Seiten. Da wäre zunächst der Basispreis von 30.700 Euro. Bei einem Blick auf die Serienausstattung schauen sich viele die Verkaufsprospekte der Konkurrenz genauer an. Serienmäßig gibt es nur 16-Zoll-Stahlfelgen, die sich peinlich in den mächtigen Radhäusern verlieren. 17-Zoll-Alu scheint unumgänglich. Auch ansonsten ist die Serienausstattung schwach.

Selbst Nebelscheinwerfer (200 Euro), Regensensor (120 Euro) und eine Klimaautomatik (750 Euro) müssen extra bezahlt werden. Wer denkt beim Anblick solcher Zahlen schon an das prächtige Fahrwerk, das einen sportlich stramm durch die Kurven geleitet?

Optionale Wundertüte

Multifunktionslenkrad, Mittelarmlehne, Durchladesystem und anklappbare Außenspiegel – nichts davon ist für 30.700 Euro zu haben. Das Navigationssystem gibt es ab 2.250 Euro, die Einparkhilfe für 700 Euro oder Sitzheizung für 360 Euro. Der BMW 320d ist ohne Zweifel ein exzellentes Auto, aber unter 40.000 Euro ist kaum etwas zu machen.

Serie ist allein die komplette Sicherheitsausstattung. Im Innenraum zeigt der BMW ebenfalls starke und schwache Seiten. Die Sitze sind einfach Klasse, die Übersichtlichkeit könnte dagegen etwas besser sein. Der Lichtschalter ist kaum einzusehen, die Instrumentierung ist fast schon puristisch und wer mit Tempomat fährt, sucht eine Anzeige, die dies auch bestätigt. Für viele gehören MP3-Player längst zum alltäglichen Leben. Kein Schritt aus dem Haus ohne die Riege von iPods und Zen Micros. Die kann man per Aux-Anschluss am Mitteltunnel problemlos anschließen. Serienmäßig, wir können es kaum glauben.

Das Platzangebot ist wegen des 2,76 Meter Radstands in der ersten Reihe ordentlich. Auch Fahrer um die 1,90 Meter können auf den vielfältig verstellbaren Stühlen prima sitzen. Mit einem Schiebedach wird es für die Föntolle jedoch eng. So geht es den Passagieren im Fond ständig. Mehr als zwei Personen möchte man dem Fondgestühl kaum aufbürden. Knie- und Kopffreiheit stoßen schnell an ihre Grenzen. Auch eine Innenbreite von 1,45 Meter ist alles andere als üppig. Der Kofferraum mit großer Klappe schluckt immerhin 460 Liter. Zwar nicht das Format von Passat oder Vectra, aber in jedem Fall genug. Für Kleinkram gibt es nicht nur im Innenraum, sondern auch im Kofferraum Platz – in der versteckten Schublade. Überzeugt, dass der 320d die beste 3er-Version ist?

Stefan Grundhoff/Press-Inform
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.