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Elektromobile für Rollstuhlfahrer Elektro-Inklusion

Der Whill E-Rollstuhl ist nicht so unhandlich wie die typischen Elektro-Rollstühle
Der Whill E-Rollstuhl ist nicht so unhandlich wie die typischen Elektro-Rollstühle
© press-inform - das Pressebuero
Die Elektromobilität eröffnet auch Menschen, deren natürliche Fortbewegung eingeschränkt ist, neue Möglichkeiten. Neben den klassischen Elektro-Rollstühlen setzen sich aber flexibel einsetzbare E-Mobilitätshilfen durch.

Elektro-Rollstühle gibt es schon lange. Und das ist auch gut so. Denn so haben Menschen, deren Mobilität eingeschränkt ist, die Möglichkeit, sich freier zu bewegen. Allerdings sind die klassischen Rollstuhl-Stromer eher grobschlächtige Vehikel, die nicht überall problemlos einsetzbar sind. In vollen U-Bahnen oder Bussen kann es für diese Art von E-Rollis schon mal eng werden.

Natürlich schlafen auch die Hersteller klassischer Elektro-Rollstühle nicht und verfeinern auch diese Technik. Ob zu zweit auf einem Tandem-Rollstuhl oder alleine, die Fortbewegung per Elektroantrieb hilft, Mobilitätsdefizite auszugleichen. Aber auch bei dieser Form der Elektromobilität wird mittlerweile die nächste Evolutionsstufe gezündet. Das bedeutet: Sharingangebote und flexible Antriebshilfen, die ohne große Umstände eingesetzt und verstaut werden können.

Ein Smart-Device, das diese Anforderungen erfüllt, kommt aus Österreich. Der Name "Klaxon Klick" ist Programm. Enrico Boaretto hat nach einer schwierigen Zangengeburt selbst mit einer eingeschränkten Mobilität zu kämpfen und tut sich schwer, einen klassischen Rollstuhl zu bewegen. Deswegen hat der gebürtige Italiener ein Antriebssystem entwickelt, das man ganz einfach an einen traditionellen Rollstuhl befestigt. Die Einheit besteht im Grund aus einem Akku, einem Rad, einem Lenker sowie einem Elektromotor und kann mit wenigen Handgriffen an einen konventionellen Rollstuhl angeklippst werden.

Der so elektrifizierte Rollstuhl ist bis zu 15 km/h schnell, schafft mit einer Akkuladung bis zu 50 km und nach 4,5 Stunden sind die Batteriezellen wieder gefüllt. Fahrten über Kies und kleinere Schwellen sollen problemlos machbar sein. Mittlerweile bietet das österreichische Unternehmen verschiedene Systeme an. Sei es eine Hybridlösung für Tretmobile oder eine Variante, bei der durch Drücken und Ziehen beschleunigt und bremst. Das Anbausystem ist ruckzuck wieder entkoppelt und kann so unterwegs - beispielsweise im Zug - schnell verstaut werden kann. Dieses System hat auch noch weitere Möglichkeiten: Zusammen mit dem schwedischen E-Scooter-Verleiher Voi entwickeln die Österreicher gerade eine Variante der Antriebseinheit, die für die "Shared Mobility" in urbanen Gegenden geeignet ist.

Einen anderen Ansatz verfolgt die US-amerikanische Firma Whill mit dem Model C, das im Grunde ein Klappstuhl mit Elektromotor ist. Im Vergleich zum österreichischen System beträgt die Reichweite lediglich bis zu 15 km und die zwei Motoren schaffen Höchstgeschwindigkeit bis 6 km/h. Gesteuert wird das E-Vehikel mit einem kleinen Steuerknüppel in der Armlehne, der dem Controller einer Spielkonsole ähnelt. Das Model C überwindet Hindernisse mit einer Höhe von bis zu 5 Zentimetern. Trotz der vier Räder ist der Wendekreis von 75 Zentimetern gerade in engen Metropolen hilfreich. Wie es sich für ein Fahrzeug aus Nordamerika gehört, kann man sein Handy an einem USB-Anschluss laden. Allerdings ist das Vehikel mit einem Gewicht von 52 Kilogramm nicht unbedingt leicht.

Das Thema Mobilitysharing für Menschen mit Bewegungseinschränkungen treibt die Branche schon länger um. Vor zwei Jahren stellte Italdesign mit dem WheeM-i (Wheelchairs Mobility Interface) ihre Vision eines Seniorenmobils der Zukunft vor. Der futuristisch entworfene Prototyp nutzt ein ganz einfaches Prinzip, um dem Rollstuhlfahrer den Wechsel des Gefährts zu ersparen. Der Mensch fährt mit seinem eigenen analogen Rollstuhl über eine Rampe in das Gestell hinein und nutzt dann dieses als Transportmittel. Der Rolli-Laster verfügt über Sensoren, die Kollisionen und ähnliche Unglücke vermeiden sollen.

Der WheeM-i wird per App geordert. Sobald das Ziel erreicht ist, verlässt der Fahrer per Rampe das Fahrzeug und der nächste Kunde kann das Elektro-Vehikel nutzen. Die Batterie ist im Unterboden verstaut und soll ausreichende Reichweite garantieren.

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