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Alpina BMW B7 Biturbo: Unspektakulär spektakulär

Wo andere auf dicke Hose machen, übt sich der Alpina B7-Biturbo in höflicher Zurückhaltung. Doch wehe, man gibt dem Allgäuer 7er-BMW-Derivat die Sporen, da verwandelt sich Dr. Jekyll in Mister Hyde ohne die Contenance zu verlieren.

Der Alpina B7 ist 5,25 Meter lang

Der Alpina B7 ist 5,25 Meter lang

Manche Dinge ändern sich Gottseidank nie. Wer sich einen Alpina leistet, findet im Kofferraum eine Kiste besten Weines. Das ist bei der Allgäuer Firma Tradition. Und wenn Andreas Bovensiepen, einer der Macher der Buchloer Veredlungsfirma über den edlen Tropfen philosophiert, dann nimmt man ihm den Sommelier ab. "Einen jungen Bordeaux anzubieten, ist wie Kindermord", sagt der drahtigen Mann mit der runden Hornbrille. Er weiß, wovon er spricht: Schließlich beliefert seine Firma auch 1.000 Restaurants und Hotels mit hochwertigen Rebensaft.

Unspektakulär spektakulär
Der Alpina B7 ist 5,25 Meter lang

Der Alpina B7 ist 5,25 Meter lang

Die gleiche Sorgfalt lässt der Familien-Betrieb bei den Autos walten. Das wird deutlich, wenn man die Zentrale im beschaulichen Buchloe im schwäbischen Ostallgäu besucht, die eher einem Labor als einer Werkstatt gleicht. Deswegen reagiert Andreas Bovensiepen auch etwas irritiert, wenn man Alpina als "Tuner" bezeichnet. "Veredler" trifft da schon eher seinen Geschmack. Sobald man den Innenraum des B7, also der Alpina-Version des BMW 7ers entert, fallen einem die kleinen aber feinen Unterschiede auf. Auf Wunsch gibt es Rolls-Royce-Leder und das Lenkrad liegt dank des ausgesuchten Tierhaut-Bezugs und der Parallelnähte (statt den BMW-serienmäßigen Kreuznähten) besser in der Hand als beim Münchner Modell. Die Rundinstrumente der digitalen Displays verändern je nach Betriebszustand ihre Farben: Traditionell Alpina-Blau, wenn es entspannter vorangeht oder mit grünen Zeigen, die einen grünen Schweif hinter sich herziehen in den Attacke-Fahrmodi "Sport" und "Sport-Plus".

Den gibt es übrigens momentan nur beim Alpina B7. Dann schmiegt sich das Oberklassen Vehikel um 20 Millimeter tiefer an den Asphalt und ordnet alles der Dynamik unter. Und das ist eine ganze Menge. Mit seinen 447 kW / 608 PS und dem maximalen Drehmoment von fast schon turbodieselmäßig-brutalen 800 Newtonmetern lässt er den keineswegs schmächtigen BMW 750 Li xDrive, der es auf 330 kW / 450 PS und 650 Newtonmetern bringt, alt aussehen. Ganz nebenbei hängt der B7 noch den Mercedes AMG S63 mit seinen 430 kW / 585 PS ab und ist dabei akustisch nicht so krawallig unterwegs wie das Sternen-Schnellboot. Bei einer Spitzengeschwindigkeit von 330 km/h wird auch der eine oder andere 911er-Fahrer blass um die Nase, wenn man mit dem Zwei-Tonnen-Kreuzer im Rückspiegel auftaucht.

Der Kraftüberschuss kommt nicht von ungefähr. Drei zusätzliche Kühler, spezielle Twinscroll-Turbolader von Garrett und Kolben von Mahle sind nur ein paar der Ingredienzien des 4.4-Liter-Triebwerks. Dazu kommen noch eine angepasste Motorsteuerung und ein Ladedruck von 1,4 bar. Bei der Aerodynamik gilt die Prämisse: "möglichst wenig Auftrieb". Damit der Luxus auch schnell ist und möglichst wenig verbraucht, wenden die Techniker aerodynamische Kniffe an, indem sie die Frontschürze verbreitern, so die Vorderreifen besser vor dem Fahrtwind schützen, was zu weniger Verwirbelungen im Radkasten führt und am Heck einen längeren aber dafür flacheren Spoiler anbringen. Das Resultat ist eine Achslastverteilung, die nur um ein paar Zehntelpunkte am perfekten 50:50 vorbeischrammt.

Das Resultat lässt sich erfahren - im wahrsten Sinne des Wortes. Der B7, den es nur in der 5.25 Meter-Langversion mit Allrad gibt. Knallt mal locker einen Sprint von null auf 100 km/h in 3,7 Sekunden hin und soll dabei 10,4 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen. Bei allem Sturm und Drang fällt auf, dass der V8-Motor erst etwas Luft holt, ehe er mit Vehemenz für Vortrieb sorgt. Die aufgrund des hohen Drehmoments überarbeitete und standhafter gemachte ZF-Achtgang-Automatik wechselt die Gänge genauso unmerklich, wie beim Serien-BMW.

Grundsätzlich ist der Allradantrieb mit einem Verhältnis von 40:60 (hinten) hecklastig ausgelegt, ab 180 km/h verabschieden sich die Vorderräder und die Hinterachse ist alleine für den Vortrieb verantwortlich. In schnellen Autobahnkurven, die jenseits der 200 km/h durcheilt werden, liegt der B7 wie das berühmte Brett. Ein Grund für die Unaufgeregtheit ist die mitlenkende Hinterachse, die beim Alpina, anders als BMW über das ganze Geschwindigkeitsband den maximalen Einschlagwinkel von drei Grad abrufen kann. Selbst in engen Landstraßen-Kurven schlägt sich der schwere Kreuzer mehr als beachtlich, auch wenn selbst die ausgefeilteste Fahrwerksabstimmung das Gewicht und den Radstand 3,21 Metern nicht komplett übertünchen kann. Doch der B7 soll kein kompromissloser Rekord-Jäger sein, das zeigt schon, das ein Hinterachs-Differenzial nicht vorhanden ist. Der Alpina BMW 7er lässt sich so unspektakulär und entspannt sehr schnell bewegen, dass es schon wieder spektakulär ist.

Beim Alpina B7 geht es primär um Understatement und PS-Power. Diese Kombination kommt in den USA, wo 400 von rund 600 jährlich verkauften Alpina B7 ausgeliefert werden, sehr gut an. Der Preis von mindestens 148.800 Euro macht das Vergnügen ziemlich exklusiv. Nächstes Jahr soll der B7 auch in China für Furore sorgen, allerdings aufgrund der hohen Steuern mit einem Vier-Liter-Motor und etwas weniger Leistung. Die dürfte immer noch ausreichend sein.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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