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BMW 325d Limousine Kräftig aber unkultiviert


Der BMW 325d hat mittlerweile einen Dieselmotor mit vier statt wie bisher mit sechs Zylindern. Was bringt der Wechsel?

Der stärkere der beiden Zweiliter-Dieselmotoren wurde von BMW eine ganze Weile lang stiefmütterlich behandelt. Da fristete das Aggregat im 123d sein Dasein, ohne, dass ihm der Einbau in die 3er-Reihe gestattet wurde. Zu groß war die Angst der Münchener-Vertriebsexperten vor einer Kannibalisierung mit dem damaligen 325d, der es mit sechs Töpfen auf 197 Pferdestärken brachte - damals sieben weniger als der Top-Selbstzünder im Kompaktmodell.

Mittlerweile haben sich die Münchener mehr und mehr dem Downsizing verschrieben und opfern die legendären Sechszylinder zunehmend auf dem Altar der Ökologie des Spritsparens. Das gilt auch für die Dieselmotoren. Deswegen darf der Zweiliter-Vierzylinder jetzt auch im Dreier BMW seinen Dienst verrichten. Das tut er zwar ambitioniert, aber auch mit einer deutlichen Präsenz. Vor allem bei höheren Drehzahlen ist das Verbrennungsgeräusch deutlich hörbar und die Vibrationen im Gangknüppel ersetzen so manchen Physio-Therapeuten. Dazu gesellen sich bei schnellerer Fahrt deutlich vernehmbare Windgeräusche an den A-Säulen beziehungsweise Außenspiegeln.

Kraft hat der Selbstzünder indes genug. Die 218 PS schieben den Dreier mächtig an. Da der Schub mit dem maximalen Drehmoment von knackigen 450 Newtonmetern schon ab 1.500 U/min einsetzt, lässt sich der 325d entspannt und schaltfaul bewegen. Genauso locker geht es bis 230 km/h weiter. Erst darüber wird es zäh, bis man die Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h erreicht hat. Da macht sich die Tatsache bemerkbar, dass der 325d einen Hubraum von 1995 Kubikzentimeter hat. Die Unterschiede zum 320d sind unter anderem zwei andere Lader, beim 325d sind es zwei, und unterschiedlichen Injektoren - beim 325d ist es die Piezo-Variante, beim 320d, Einspritzdüsen mit Magnetventil.

Gibt man dem Diesel ambitioniert die Sporen, pulverisiert sich der angegebene Normverbrauch 4,9 l/100 km. Realistisch sind es gut zwei Liter mehr. Die schlagen sich aber auch in Spaß nieder. Denn dynamisches Fahren gehört bei BMW seit jeher zur Kernkompetenz. Da macht der 325d mit seiner exakten und knackigen manuellen Sechsgangschaltung keine Ausnahme. Mit behutsamen Gasstößen lässt sich die Münchener Limousine richtig kernig um die Ecken pfeffern. Das Fahrwerk ist straff, aber kommod genug, um lange Autobahnetappen entspannt zu absolvieren.

Im Innenraum gibt es keine großen Überraschungen. Die Bedienung mit dem iDrive-Konzept gibt keine großen Rätsel auf und die Sitze sind bequem. Doch im Detail erreicht die Qualitätsanmutung nicht das Niveau eines Audi. Vor allem die Mittelkonsole sind die Materialien nicht über jeden Zweifel erhaben. Mit einem Volumen von 480 Litern braucht sich der Münchener hinter Konkurrenten wie den Audi A4 nicht zu verstecken. Allerdings muss das Gepäck erst einmal über eine hohe Kante gewuchtet werden. Auf der Rückbank ist genug Platz durchschnittlich großen Erwachsenen.

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass man mit dem 325d sicher nichts verkehrt macht. Allerdings ist der Grundpreis von 38.950 Euro auch kein Pappenstiel. Mit ein paar Extras,wie Leder oder einer Rückfahrkamera überquert man schnell die 45.000-Euro-Hürde. Da lohnt doch ein weiterer Blick auf die Preisliste, bei dem man feststellt, dass ein 320d gleich um 3.200 Euro billiger ist, mit dem man ähnlich flott unterwegs ist.

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