Reben & Ritter Unterwegs auf der Südtiroler Weinstraße


Die Weinanbaugebiete an der Südtiroler Weinstraße genießen weltweite Anerkennung. In historischer Umgebung können Besucher die bedeutendsten italienischen Weine genießen.

Früh im Jahr, wenn sich andere Alpenregionen noch mit dem Winter arrangieren, verwandeln sich die sonnenverwöhnten Täler Südtirols in zarte Blütenmeere: Bereits im Februar läuten Schneeglöckchenteppiche den Frühling ein und Anfang April ist der Höhepunkt der Blütenpracht erreicht: Rund um Bozen und Meran verströmen Tausende von blühenden Apfelbäumen ihren betörenden Duft. Je weiter man nach Süden kommt, desto mediterraner präsentiert sich die Alpenregion. Im südlichen Südtirol gedeihen sogar Feigen, Oliven, Zypressen und Lorbeerbäume. An den Hängen reifen Trauben, die man vor allem in flüssiger Form genießt: Seit Jahrtausenden wird hier, im Tal der Etsch, zwischen den schneebedeckten Dolomiten, den Sarntaler Alpen, dem Mendelkamm und dem Trudner Horn, Wein angebaut.

Winzerfeste von Frühling bis Herbst

Heute zählt die Region zu den bedeutendsten Weinbaugebieten Italiens und steht für spritzige Rieslings, feine Silvaner und Chardonnays, für edle Weiß- und Blauburgunder. Der aromatische Gewürztraminer hat längst ein internationales Publikum erobert und wird von Winzern in aller Welt kultiviert. In Südtirol aber ist er zu Hause, gehört zu den ursprünglichen Rebsorten mit langer Tradition. Ebenso wie der Vernatsch, ein leichter, trockener Roter und der Lagrein, ein granatroter, kräftiger Wein, dem Kenner einen leichten Veilchengeschmack bescheinigen.

Jede Menge Gelegenheiten, Reben, Lagen und Jahrgänge kennen zu lernen, bietet eine Tour auf der Südtiroler Weinstraße. Südlich von Bozen schlängelt sie sich durch die malerische Landschaft, verbindet alte Weindörfer wie Sigmundskron, Kaltern, Neumarkt, Eppan und Tramin. Vom Frühling bis in den Herbst hinein werden in vielen Orten Winzerfeste gefeiert: Die "Südtiroler Blauburgundertage" im Mai, die "Wein-Kultur-Wochen" im August und die "Kalterer Weintage" im September gehören zu den unbestrittenen Highlights. Kundige Menschen, die durch Weinberge und Kellereien führen und Besuchern in urigen Gewölben verschiedene Tropfen zur Verkostung bieten, findet man immer. In der Regel reicht es, im nächsten Gasthaus zu fragen - schon hat man den passenden Kontakt. Viele Wirte sind sogar selber Obst - und Weinbauern und schenken Wein aus eigenem Anbau aus.

Region mit Historie

In vorchristlicher Zeit verliefen wichtige Alpenquerungen durch diese Gegend - die Via Claudia Augusta über den Reschenpass und die alte Kaiserstraße über den Brenner. Das Tal der Etsch war kulturelle Schnittstelle, hier trafen die germanische und die lateinische Welt schon früh aufeinander und noch heute prägt die reizvolle Mischung aus Tiroler Bodenständigkeit und italienischer Leichtigkeit das Lebensgefühl. In der Architektur spiegelt sich vor allem Italiens Einfluss wieder. Vor 500 Jahren waren Baumeister aus Venedig und der Toskana am Werk und schufen den "Überetscher Baustil": schmucke Sandsteinvillen, die mit verspielten Erkern, Türmchen und Loggias Wohlstand und Lebensfreude zum Ausdruck brachten.

Von unruhigen Zeiten dagegen künden die vielen Burgen und Ruinen der Region. Malerisch thronen sie in der Landschaft - an Positionen, die einst strategischen Vorteil versprachen. So wie die Ruine "Neuhaus" hoch über dem Weindorf Terlan. Um sie und um viele der anderen bröckelnden Burgen ranken sich gruselige Legenden, die sich romantische Gemüter gern auf nächtlichen Wanderungen erzählen lassen. Schloss Runkelstein bei Bozen ist ein ganz besonderes Juwel. Die Burg stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert und beherbergt den ältesten profanen Freskenzyklus des Mittelalters. Der zeigt Szenen aus dem Ritteralltag: Jagd, Kampf und leidenschaftliche Begegnungen mit edlen Burgfräulein.

Einmal im Jahr - zum Auftakt des "Eppaner Burgenritts" - schallen die Fanfaren weit übers Land. Wie in längst vergangenen Zeiten. Mehr als 100 Freizeitreiter messen sich zwei Tage lang bei mittelalterlich inspirierten Reiterdisziplinen: "Fische stechen" gehört dazu, ebenso wie das Queren wackliger Hängebrücken und das Öffnen des Schlosstores mit der Lanze. Tausende Besucher lockt das Spektakel an. Abends, wenn in den Winzerstuben und Restaurants ausgiebig gefeiert wird, dominieren kostümierte Ritter und Burgfrauen das Bild.

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