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World Solar Challenge: Here comes the sun

Seit Sonntag rasen futuristische Solarautos durch den australischen Wüstensand: Wunderwerke der Technik, die leicht mit einem UFO verwechselt werden können.

Das Auto der Zukunft ist leise und braucht nur die Sonne, um zu fahren. Zu besichtigen ist es bereits in der Gegenwart. Alle zwei Jahre beim weltweit bedeutendsten Rennen für Solarmobile, der "World Solar Challenge". Wahrlich eine heiße Geschichte, die Körper und Material alles abfordert.

3010 Kilometer geht es quer durch die australische Wüste. In Sarwin, direkt an der australischen Nordküste gelegen, setzten letzten Sonntag 22 internationale Teams ihre ufoähnlichen High-Tech-Geräte in Bewegung.

Neue Rekordzeit

Die ersten erreichten bereits am Mittwoch das Ziel. Den Sieg sicherte sich eine niederländische Studentengruppe in einem Vehikel mit dem Namen "Nuna II". Ihre Zeit: 30 Stunden und 45 Minuten – ein neuer Rekord. Die Sonne meinte es gut mit ihnen – mit fast 100 Sachen Durchschnittsgeschwindigkeit raste das Solarmobil durch die australische Wüste. Eine Geschwindigkeit, die selbst den Fahrer, Mark Olsthoorn erstaunte: "Unglaublich, wie weit man nur mit Sonnenergie kommen kann", wird er bei der Nachrichtenagentur AP zitiert.

Optisch gewöhnungsbedürftig, sind die die brettflachen Solarautos wahre Wunderwerke der Technik. Am Siegerfahrzeug wurde modernste Raumfahrttechnolgie eingesetzt. Die Außenhülle ist mit ursprünglich für Satelliten entwickelten Solarzellen beschichtet. Spezielle Softwareprogramme wurden in Zusammenarbeit mit der European Space Agency (Esa) entwickelt.

Zufrieden waren auch die deutschen Teilnehmer von der Fachhochschule Bochum mit ihrer Wunderauto "Hans Go!". Das 14-köpfige Team hatte das Solar-Rennwagen am 12. August 2003 vorgestellt und wegen seiner technischen Eigenschaften bundesweit Aufsehen erregt. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von gut 125 km/h, der Top-Leistung des Solargenerators von 2,4 kW und einem Motor-Wirkungsgrad von 96 % galt es bereits vor dem Rennen als eines der leistungsfähigsten Wagen. Obwohl es am Ende Probleme mit den Reifen gab und der Lithium-Akku fast am Ende war – über den fünften Platz waren am Ende alle glücklich.

Noch sind nicht alle Teilnehmer in Abeldaine angekommen. Die Letzten werden am Sonntag erwartet. So es die Sonne will. Wenn die Sonnenstrahlen ausbleiben und die Batterien den Geist aufgeben, geht nichts mehr. Bei aller Technik.

Christoph Marx

Wissenscommunity