"24 - The Game" "24" hat ein Nachspiel


"24 - The Game" schlägt eine Brücke zwischen der zweiten und dritten Staffel der TV-Serie, wartet mit jeder Menge Hintergrund-Informationen auf und sei deshalb jedem Fan ans Herz gelegt.

Ein Handschlag beendete die zweite Staffel von "24" - und beinahe auch das Leben des US-Präsidenten Palmer. Season drei startet rund drei Jahre später mit einem drogensüchtigen Jack Bauer, einem Partner an seiner Seite und Töchterchen Kim bei der CTU. Wie es dazu kam und was in dieser Zeit noch alles geschah, will nun das Spiel klären.

Da "24"-Jünger recht empfindlich sind, was die inhaltliche Besserwisserei der Presse angeht, ist dies sicher nicht der Platz dafür, um vorlaut Geheimnisse zu verraten. Das Game lebt wie die Serie von der Fähigkeit zu überraschen, von plötzlichen Veränderungen, von der Dynamik, die sich in jeder der bisher gezeigten Staffeln erst nach und nach entfaltet. Keine Sünde ist es indes, die Ausgangssituation zu schildern, auf der die Ereignisse von "24 - The Game" beruhen: Die CTU-L.A. bekommt einen Hinweis aus Washington, dass ein Attentat auf den Vizepräsident verübt werden soll. Quell dieser Information ist der Undercover-Agent Chase Edmonds.

Was folgt, hört sich zunächst durchaus beeindruckend an: rund 100 Missionen, in deren Verlauf der Spieler natürlich einer gewaltigen Verschwörung auf die Schliche kommt. Leider ist diese von Sony angegebene Zahl etwas irreführend, lassen sich manche der Aufgaben innerhalb weniger Sekunden lösen, etwa wenn man in der Haut von Agent Almeda einen flüchtigen Ladenbesitzer stellen muss. Deutlich länger dauern indes die zahlreichen Schießereien. Überhaupt - und dafür muss man Sony Respekt zollen - ist "24 - The Game" an Abwechslung kaum zu überbieten.

Ballern, sich heiße Verfolgungsjagden liefern, durch Terror-Basen schleichen, Satellitenbilder analysieren, Computer-Terminals hacken, Leute verhören - kein Aspekt des Agentenlebens bleibt außen vor. Umso ärgerlicher, dass keines der Elemente wirklich ausgereift ist. Die Action wirkt wegen der dämlichen KI zu tumb, das Cruisen durch L.A. wegen des mangelnden Tempogefühls zu lahm, das Ausquetschen von Verdächtigen wegen teils unsinniger Gefühlsschwanken recht unglaubwürdig.

24 - The Game

Hersteller/Vertrieb

Fox Interactive / Sony

Genre

Action-Adventure

Plattform

PlayStation2

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Macht aber nichts - aus zweierlei Gründen: 1. Der geneigte Fan hat es ohnehin nur auf die mit exzellenten Zwischensequenzen inszenierte Story, die Hintergrund-Infos und die Bonus-Schnipsel abgesehen, die er für das erfolgreiche Erledigen einer Mission erhält. 2. Die Präsentation stimmt. Sämtliche Schauspieler und Original-Synchronsprecher traten vors Mikro, um ihren eindrucksvoll nachmodellierten Computer-Pendants ihre Stimme zu leihen. Die Uhr tickt gewohnt gnadenlos, während verschiedene Handlungsstränge im Splitscreen gezeigt werden. Und selbst die Telefone in der CTU nerven mit ihrem Zwei-Ton-Geschrill wie in der Serie. Hätten die Entwickler derlei Sorgfalt auch nur bei störrischen Steuerung und der restlichen Grafik walten lassen. Die präsentiert sich nämlich äußerst karg und verwaschen. Aber "24"-Fans sind bekanntlich leidensfähig.

Für alle, die ihre Finger auch unterwegs nicht von Jack Bauer lassen können: Seit kurzem ist "24" als Handy-Game zu haben. Bomben entschärfen, Nachrichten entschlüsseln, Terroristen ausschalten - auch die rund fünf Euro teure Mobile-Variante von I-play bietet einiges.

Bernd Fetsch/Teleschau TELESCHAU

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