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"Carpathian Brigade" Uefa ermittelt wegen Verdachts "homophober Sprechchöre" bei Ungarn-Spiel

Leon Goretzka (l.), Kevin Volland und Jamal Musiala nach dem Tor zum 2:2, im Hintergrund die als gewaltbereit geltenden Anhänger der sogenannten "Carpathian Brigade" sowie Einsatzkräfte der Polizei
Leon Goretzka (l.), Kevin Volland und Jamal Musiala nach dem Tor zum 2:2, im Hintergrund die als gewaltbereit geltenden Anhänger der sogenannten "Carpathian Brigade" sowie Einsatzkräfte der Polizei
© Markus Gilliar / Picture Alliance
Gibt es ein Nachspiel wegen homophober Sprechchöre der Ungarn-Fans im Spiel gegen Deutschland? Jetzt hat die Uefa ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Die Europäische Fußball-Union Uefa hat wegen des Verdachts "diskriminierender Vorfälle" beim letzten EM-Gruppenspiel des deutschen Nationalteams gegen Ungarn eine Disziplinarverfahren eingeleitet. Es werde wegen des möglichen Fehlverhaltens ungarischer Fans während der Partie am vergangenen Mittwoch ermittelt, teilte der Verband mit. Knapp zwei Stunden vor Spielbeginn hatten ungarische Fans nach Angaben der Polizei vom Donnerstag "homophobe Sprechchöre" skandiert, sie versuchten demnach auch "gemeinsam in einen anderen Block überzuwechseln".

Einzelne Auseinandersetzungen von Anhängern beider Mannschaften konnten die Sicherheitskräfte laut Mitteilung schnell unterbinden. Wegen der aufgeheizten Stimmung kurz vor dem Abpfiff postierten sich Polizeikräfte vor dem ungarischen Fanblock. Dabei habe man "einen möglichen Platzsturm" verhindern wollen, hieß es. Wegen der starken Polizeipräsenz sei es aber ruhig geblieben, die Fans seien später friedlich abgezogen. Dennoch verzeichnete die Polizei aufgrund verschiedener Delikte am Rande der Partie mehrere Festnahmen.

Wegen möglicher "diskriminierender Vorfälle" hatte die Uefa bereits am vergangenen Sonntag in Bezug auf die ersten EM-Spiele Ungarns gegen Portugal am 15. Juni (0:3) und gegen Frankreich am 19. Juni (1:1) Ermittlungen eingeleitet.

Rassistische Beleidigungen von der Tribüne

Französische Spieler waren von einigen Fans teils wüst und rassistisch beschimpft worden. Wenn der schwarze Stürmer Kylian Mbappé am Ball war, ertönten immer wieder Affenlaute von den Rängen. Dies berichtete ein dpa-Reporter aus dem Stadion. Angreifer Karim Benzema, der algerische Wurzeln hat, wurde ebenfalls vereinzelt verbal angepöbelt.

Nach dem ersten Gruppenspiel in Budapest hatten portugiesische Medien berichtet, dass Superstar Cristiano Ronaldo von manchen Zuschauern in der Puskas Arena übel angefeindet wurde.

kng DPA

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