Frauenfußball
Früherer „Trainer des Jahres“ soll Spielerinnen unter der Dusche gefilmt haben

Nahaufnahme eines Fußballs
Petr Vlachovský war 2019 zum besten Trainer des tschechischen Frauenfußballs gekürt worden (Symbolbild)
© Maximilian Koch / Imago Images

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Skandal im Frauenfußball: Ein einst in Tschechien ausgezeichneter Coach wird lebenslang gesperrt – er soll Spielerinnen heimlich gefilmt haben. Die Uefa greift durch.

Der tschechische Trainer Petr Vlachovský ist wegen missbräuchlichen Verhaltens lebenslang von der Europäischen Fußball-Union gesperrt worden. Die Kontroll- und Ethikkommission der Uefa forderte zudem den Weltverband Fifa auf, die Sperre weltweit auszusprechen. Zudem soll Vlachowský die Trainerlizenz entzogen werden, wie die Uefa an den tschechischen Verband gerichtet forderte. 

Vlachowsky, der 2019 zum besten Trainer des tschechischen Frauenfußballs gekürt worden war und die Frauenmannschaft des 1. FC Slovacko trainierte, soll Spielerinnen vier Jahre lang heimlich unter der Dusche und in Umkleideräumen gefilmt haben. Dafür und wegen weiterer Vorwürfe sei ihm von einem Gericht im vergangenen Jahr ein fünfjähriges Trainingsverbot auferlegt worden, hieß es in tschechischen Berichten. Gegen dieses Urteil hätten die Fußballerinnen von Slovácko Einspruch eingelegt. 

Skandal im Frauenfußball – Reaktionen auf die lebenslange Sperre

Nach dem Uefa-Urteil erklärte die Spielergewerkschaft Fifpro: „Diese Entscheidung sendet ein starkes und notwendiges Signal, dass missbräuchliches und unangemessenes Verhalten im Fußball keinen Platz hat und dass der Schutz des Wohlergehens der Spielerinnen auf allen Ebenen des Sports oberste Priorität haben muss.“ Dabei würdigte die Gewerkschaft auch den „Mut der Spielerinnen, die sich gemeldet und ihre Stimme erhoben haben“. 

Auch der tschechische Verband begrüßte die Entscheidung. Präsidentin Markéta Vochoska Haindlová teilte der tschechischen Nachrichtenagentur CTK mit: „Es ist ein klares Signal nicht nur für das sportliche Umfeld, dass ein solches Verhalten inakzeptabel ist und sehr streng geahndet wird.“

Sie sei fest davon überzeugt, dass die Strafe eine klare Botschaft an alle Opfer sende, die jemals mit ähnlichen Praktiken konfrontiert gewesen seien. Führende Sportorganisationen wie Fifpro, Uefa und Fifa müssten ihre Spieler schützen und ein sicheres Umfeld für alle schaffen, die Fairplay praktizieren wollten.

DPA
yks

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