Countdown für die Fußball-WM
Lohnen sich Tickets überhaupt noch?

Im Juni und Juli steigt die nächste Fußballweltmeisterschaft.
Im Juni und Juli steigt die nächste Fußballweltmeisterschaft.
© imago images/STEINSIEK.CH/JOERAN STEINSIEK

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Die Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko startet im Juni. Wo es noch Tickets gibt und wie die Lage hinsichtlich Hotels aussieht.

In weniger als vier Wochen, am 11. Juni 2026, ertönt der Anpfiff zur Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. So mancher Fußballbegeisterte dürfte sich da die Frage stellen: Kommt man überhaupt noch an Tickets? Und falls ja, was wird das Gesamterlebnis kosten? Die Antwort ist komplex.

Letzte offizielle Ticketchance

Anlässlich des 50-Tage-Countdowns zum Start der WM hat die FIFA bereits am 22. April 2026 ein neues Kontingent auf "fifa.com/tickets" freigegeben. Es wurde mitgeteilt, dass im Rahmen der "Last-Minute-Verkaufsphase" bis zum Ende des Turniers weitere Karten zur Verfügung gestellt werden sollen. Bis zum Endspiel, das am 19. Juli steigen wird, sollen "laufend weitere Tickets" je nach Verfügbarkeit für alle 104 Spiele angeboten werden.

Wer Tickets kaufen möchte, sollte grundsätzlich nur über offizielle Kanäle gehen, um Probleme am Eingang oder Betrugsmaschen zu vermeiden. Der "Last-Minute-Verkauf" auf der Webseite der FIFA funktioniert nach dem Prinzip: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst." Alternativ lassen sich Karten über den Weiterverkaufsmarktplatz der FIFA erwerben. Über diesen ist ein Weiterverkauf bis zu einer Stunde vor dem Anpfiff des jeweiligen Matches möglich.

Wichtig zu wissen: Für die Fußballweltmeisterschaft 2026 gibt es nur digitale Tickets. Diese werden nicht über E-Mails versandt und können nicht ausgedruckt werden. Sie sind ausschließlich in der Smartphone-App zur WM hinterlegt. Auch Screenshots oder Fotos reichen nicht aus, um Zugang zu den Stadien zu erhalten.

Preise: Von erschwinglich bis astronomisch?

Auf dem offiziellen Weg waren die Preise - je nach Spiel und Kategorie - in der Theorie in den vergangenen Monaten noch halbwegs kalkulierbar. Mittlerweile dürften viele die Angebote eher als Mondpreise betrachten.

Für deutsche Fans gab es über den Deutschen Fußball-Bund (DFB) etwa zusammengerechnet gut 1.600 Tickets zu jeweils 60 US-Dollar für die Gruppenspiele der DFB-Elf gegen Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Die Bewerbungsphase für die Fan-Tickets ist aber schon lange vorbei. Je nach Spiel ist heute mit mehreren Hundert bis mehreren Tausend Dollar pro Ticket zu rechnen. Die Karten für Gruppenspiele sind dabei in der Regel deutlich günstiger als die für die Finalrunde.

Die FIFA arbeitet mit einem variablen Preismodell, das sich an der Nachfrage orientiert. Wer ein besonders exklusives Erlebnis sucht, kann sogenannte Hospitality-Pakete samt Tickets buchen, sollten diese noch einmal verfügbar sein. Auf der FIFA-Webseite sind auch Ticketpreise im fünfstelligen Bereich gelistet, die im Vergleich zu manchem Angebot auf der Wiederverkaufsplattform aber immer noch ein echter Schnapper sind. Schon im vergangenen Februar waren dort Medienberichten zufolge horrende Preise zu finden. Die günstigste Karte fürs Finale lag zu diesem Zeitpunkt demnach bei 9.775 Dollar, ein anderes Finalticket in der Kategorie 3 bei 143.750 Dollar.

"Alles, was wir bei der Ausrichtung der FIFA befürchtet haben, hat sich bestätigt", sagte das englische Fanbündnis FSA laut "Sportschau" schon im Dezember 2025. FIFA-Chef Gianni Infantino sehe "die Loyalität der Fans nur als etwas, das man gewinnbringend ausnutzen kann. Ein Sport, der eigentlich für alle da sein sollte, ist nun nur noch für diejenigen erschwinglich, die es sich leisten können." Dem Turnier sei demzufolge "schon vor dem Start jegliches Leben geraubt worden".

Die deutschen Gruppenspiele: Wo muss man hin?

Deutsche Fans, die das nötige Kleingeld mitbringen und sich noch Karten schnappen können, sollten vor allem Reisen nach Nordamerika im Blick behalten. Für die DFB-Elf geht es in Gruppe E am 14. Juni in Houston gegen Curaçao. Das zweite Gruppenspiel steht am 20. Juni gegen die Elfenbeinküste in Toronto an, das dritte am 25. Juni in East Rutherford/New York gegen Ecuador. Sollte das Team das Finale erreichen, wäre im MetLife-Stadion in East Rutherford auch das Endspiel mit deutscher Beteiligung.

In Sachen Hotel könnten Fans mehr Glück haben als beim Ticket. Wenige Wochen vor Turnierstart merkten die Hotels in den US-Austragungsstädten kaum etwas von einem Ansturm durch Fußballfans. In der Branche war teils sogar von einem "Nicht-Event" die Rede, wie der Branchenverband American Hotel & Lodging Association (AHLA) kürzlich mitgeteilt hat. Für kurzentschlossene Reisende eröffnet es durchaus Möglichkeiten, dass etwa in Houston gut 70 Prozent der befragten Hoteliers angegeben haben, dass die Nachfrage hinter den Erwartungen zurückliegt. Deshalb könnte zumindest bei der Unterbringung vielleicht ein Schnäppchen zu finden sein.

Lohnt sich der Trip noch?

Wer bereit ist, für das Live-Erlebnis tief in die Tasche zu greifen, findet über die Last-Minute-Phase der FIFA vielleicht noch offizielle Tickets - zumindest für ausgewählte Partien. Der Zweitmarkt ist für die meisten wohl schlicht unerschwinglich. Hotels sind an manchen Standorten überraschend gut verfügbar, doch Flüge, Einreiseformalitäten und die politische Lage in den USA verlangen gründliche Vorbereitung. Wer spontan plant, braucht vor allem ein ausreichendes Budget und eine gültige Elektronische Reisegenehmigung (ESTA). Denn eine Eintrittskarte ersetzt keine Einreiseerlaubnis. Für deutsche Staatsangehörige sind touristische Kurzaufenthalte in den USA, Kanada und Mexiko zwar grundsätzlich visumfrei, die Einreisebestimmungen unterscheiden sich jedoch je nach Gastgeberland. Für die USA ist in der Regel eine ESTA-Genehmigung erforderlich, die laut Auswärtigem Amt spätestens 72 Stunden vor Reiseantritt beantragt werden sollte.

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