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"Alpha Prime": Redseliger Shooter für Profis

"Alpha Prime" ist ein dialoglastiger, überdurchschnittlich schwerer 3-D-Shooter, der volljährigen Spielern rund zwölf Stunden Spielspaß beschwert. Mehr ist mangels Multiplayer-Modus nicht drin.

Hubbardium - das ist der Stoff, aus dem die Träume sind. Zumindest in "Alpha Prime", einem Sci-Fi-Shooter für volljährige Gamer. Der unter Tage abgebaute Rohstoff, dessen Bezeichnung mit Sicherheit nicht zufällig am Namen des Scientology-"Erfinders" L. Ron Hubbard angelehnt ist, hat ziemlich gravierende Auswirkungen auf Menschen. Als in einer Mine immer mehr Arbeiter verschwinden, sendet die mächtige "Hubbardium Mining Corporation" einen Spähtrupp aus. Doch bevor das Raumschiff sicher auf dem Asteroiden "Alpha Prime" landen kann, wird es beschossen - der Albtraum beginnt.

Der Spieler übernimmt die Rolle von Arnold, einem kantigen Charakter mit Problemen im Privatleben, die durch extrem lange Zwischensequenzen und gesprochene Dialoge im Spiel ausführlichst erläutert werden. Manch einer mag sich an diesen Unterbrechungen stören, anderen dürften die ellenlangen Verschnaufpausen gerade recht kommen, zumal sie so mehr über Story und Background des Protagonisten erfahren. Dem Hersteller zufolge soll die Geschichte übrigens aus der Feder des hierzulande nicht ganz so bekannten Autors Ondrej Nef stammen.

Auf seinem Weg durch die linearen Schauplätze muss sich Arnold nicht nur mit Feinden aus Fleisch und Blut auseinandersetzen. Auch Roboter und Maschinen wollen ihm ans Leder. Der Spieler wehrt sich mit dem typischen Waffenarsenal, das von der Pump Gun bis zum Raketen- und Flammenwerfer reicht. Zudem findet der Held gelegentlich ein wenig Hubbardium, mit dessen Hilfe er die Zeit verlangsamen kann. Dieses inzwischen als Bullet Time bekannte Feature ist in einigen Situationen extrem wichtig, da der Schwierigkeitsgrad ziemlich knackig ist.

Abwechslung ist ebenfalls geboten: Im weiteren Spielverlauf erlernt Arnold das Hacken, sodass er Kameras und andere Maschinen zu seinem Vorteil einsetzen kann.

Spieler, die es gewohnt sind, im Laufschritt durch die Level zu jagen und alle Gegner in Zeitraffer um die Ecke zu bringen, werden ihr blaues Wunder erleben. Die Jungs auf "Alpha Prime" sind nicht nur sehr standhaft, auch ihre künstliche Intelligenz ist nicht zu unterschätzen. Angreifende Gegner gehen in Deckung, schleichen sich von der Flanke an und nehmen den Protagonisten in die Zange. Cool: Treten sie den geordneten Rückzug an, ballern sie weiter. Erschwerend kommt hinzu, dass der Spieler nur wenig Munition findet und die Waffen nicht im Nahkampf einsetzen kann. Steht der Gamer einmal ohne Munition da, muss er zum Hammer greifen, um sich seiner Haut zu erwehren.

Alpha Prime

Hersteller/Vertrieb

Black Element Software/Morphicon

Genre

Action

Plattform

PC

Preis

ca. 35 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Die 3-D-Grafik ist nicht bombastisch, allerdings weist sie auch keine gravierenden Schwächen aus. Die Texturen sind knackig, die Animationen wirken zumeist realistisch und die Spezialeffekte, etwa beim Einsatz des Flammenwerfers, sind ordentlich. Auf einen Multiplayer-Modus wurde jedoch verzichtet. Dennoch: Volljährige Spieler, denen die aktuell im Handel erhältlichen Shooter zu einfach sind und die großen Wert auf eine interessante Story legen, sollten sich die Demo von "Alpha Prime" herunterladen und einen Blick auf das Game werfen ...

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU
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