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"Far Cry Instincts: Predator": Ich bin ein Star, holt mich hier raus!

"Far Cry" ist nun auch auf der Xbox 360 gestrandet. Dank neuer Features, erweiterter Geschichte und überarbeiter Grafik ein Pflichtkauf für volljährige Zocker.

Das Szenario ist ungewöhnlich für einen Shooter. Statt deprimierender Schlachtfelder im Zweiten Weltkrieg oder schlecht beleuchteter Sciene-Fiction-Labyrinthe bietet "Far Cry Instincts Predator" eine perfekte Urlaubskatalog-Kulisse, die auf der Xbox 360 besser denn je zur Geltung kommt: strahlend blauer Himmel, kristallklares Wasser, pittoreske Wasserfälle, endlose Sandstrände. Und das Beste: Kein Animateur, der einen zu albernen Kindergeburtstagsspielen zwingt. Aber wie alles im Leben hat auch dieses Inselparadies einen Haken: Statt von Touristen wird das Eiland von Terroristen heimgesucht.

Jack Carver findet schnell heraus, dass die waffenstrotzenden Söldner sogar noch unangenehmer sind als eine Horde Ballermann-Pauschalurlauber. Originell ist nicht nur das Szenario, sondern auch das Waffenarsenal des Helden: Neben dem Shooter-typischen Angebot an Faustfeuerwaffen und Granaten steht ihm unter anderem ein Messer zur Verfügung, mit dem er sich lautlos anschleichen kann. Außerdem darf Carver mit Ästen Fallen erstellen: Kaum nähert sich ein Feind, streckt ihn ein Ast wie ein tödlicher Peitschenhieb nieder. Last but not least kann Jack zum "Predator" werden, der dem Spiel seinen Untertitel gab. Tierisch schlecht gelaunt wird der Hawaii-Hemden-Träger mit Hilfe dieser Spezialfähigkeit zur Berserker-Bestie.

Zu den Gadgets, die Jack auf seiner Sightseeing-Tour entdeckt, gehört neben den obligatorischen Medikits und kugelsicheren Westen auch ein Deluxe-Fernglas, welches mit 24-fach-Zoom und eingebautem Richtmikrofon ausgestattet ist, mit dem der moderne Robinson aus sicherer Entfernung die Gespräche der Gegner belauschen kann.

Die Fortbewegungsmodi Laufen, Kriechen und geduckt Gehen gehören mittlerweile zum Standardrepertoire eines Ego-Shooters. Innovativ gibt sich "Far Cry Instincts Predator" auch in diesem Punkt, indem es ergänzend möglich ist, unter eine Hütte zu robben, sich dort umzudrehen und dem Gegner durch die Schuhe zu schießen, bevor dieser "Hä?" fragen kann.

Da das Terrain totale Bewegungsfreiheit erlaubt, entsteht zusammen mit der bemerkenswerten Grafik die perfekte Illusion, auf einer großen Insel unterwegs zu sein. Dankenswerterweise erleichtern Fahrzeuge wie Geländewagen oder Jetskis die Rundreise. Nicht nur das Navigations-Radar verhindert, dass Jack die Orientierung verliert: Ein geheimnisvoller Fremder im Headset ersetzt ihm das Navigationssystem.

Positiv fällt neben der Grafik und dem mit Liebe zum Detail gestalteten Dolby-Surround-Sound auch die verbesserte K.I. der aufgestockten Gegnerscharen auf. Fast wirkt es, als würden diese je nach Lage abwägen, ob sie angreifen oder besser die Flucht ergreifen sollen. Angesichts derart respekteinflößender Gegenspieler ist es oft ratsam, einer direkten Konfrontation aus dem Weg zu gehen und eine alternative Route durch die scheinbar riesige Insel zu suchen.

Far Cry Instincts: Predator

Hersteller/Vertrieb

CryTek/Ubisoft

Genre

Action

Plattform

Xbox 360

Preis

ca. 70 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Fazit: "Far Cry Instincts Predator" ist dank erweitertem Spielumfang und gepimpter Grafik ein Muss für Baller-Fans mit einer Xbox 360 im Wohnzimmer.

Michael Eichhammer/Teleschau / TELESCHAU
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