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"Black": Explosiver Undercovereinsatz

Konsole an, Hirn aus: "Black" ist ein recht kurz geratener Shooter, dessen wichtigste Merkmale Stakkato-Kugelhagel und dicke Explosionen sind.

Die Hintergrundstory des von den "Burnout"-Machern Criterion entwickelten Shooters "Black" ist so dünn wie das Handbuch: Top-Agent Jack Keller macht sich in Russland auf die Suche nach dem Anführer einer obskuren Gruppe von Terroristen.

Teilweise von CPU-gesteuerten Kameraden begleitet, schießt sich der Spieler durch acht Schauplätze, die eine große Gemeinsamkeit aufweisen: Sie sind nahezu völlig demolierbar. Angefangen bei großflächigen Schaufenster-Fassaden über Marmor-Säulen bis hin zu Barrieren, die den Weg versperren - in kaum einem zweiten Shooter geht's dermaßen destruktiv zur Sache. Bei den unzähligen kleinen und großen Explosionen fällt die ausgesprochen gute Grafikdarstellung auf. Trotz enormer Partikeldichte geht die Bildwiederholungsrate nicht in die Knie.

Vor jedem Einsatz wird der "Black"-Spieler über die zwingend zu erreichenden Primärziele informiert. Mal muss er ein Waldgebiet säubern, mal eine Kleinstadt in Schutt und Asche legen. Zusätzliche Herausforderungen sollen dafür sorgen, dass sich der Gamer nicht allzu sorglos durch die Missionen ballert. Die Spanne der Sekundärziele umfasst etwa die Suche nach Geheimdokumenten, das Sammeln von Informationen und die Zerstörung bestimmter Objekte.

Noch eine Einschränkung: Der Terroristenjäger kann nur zwei Waffen mit sich führen - was allerdings dem ohnehin nicht gerade fordernden Gameplay zugute kommt. Dennoch kann das gesamte Game mit zwei Knarren bewältigt werden. Da Maschinenpistolen wie Uzi oder Mac-10 über eine wesentlich geringere Reichweite verfügen als etwa AK-47 oder M-16, fällt die Wahl der passenden Bewaffnung nicht schwer. Und auch die besonders in Nahkämpfen äußert beliebte Pump-Gun kann der Gamer ohne Gewissensbisse ignorieren, da ihn die Gegner nur selten derart auf die Pelle rücken werden. Mit dabei sind auch Scharfschützengewehr und der unvermeidliche Raketenwerfer. Über einen Mangel an Munitionsnachschub müssen sich PS2- und Xbox-Krieger nicht beschweren, da jeder erledigte Gegner brav seine Magazine liegen lässt.

Der Spieler führt auch einen Satz Splittergranaten mit sich. Diese sind allerdings nicht besonders wirkungsvoll, da die CPU-Gegner darauf programmiert sind, Reißaus zu nehmen. Interessanter Einfall: Granaten lassen sich auch durch Beschuss zur Explosion bringen, was die taktischen Optionen des Protagonisten erhöht. Besonders gegen mit Schutzschilden ausgerüstete Feinde ist diese Vorgehensweise überaus wirkungsvoll. Für ähnliche Kollateralschäden sorgen aber auch die vom Spieler ausgelösten Detonationen und Druckwellen - etwa wenn er auf einen Gasbehälter feuert.

Das herrlich sinnfreie Vergnügen ist ein kurzes. Geübte Gamer ballern sich in maximal acht Stunden bis zum Ende vor. Hauptgrund dafür ist die unterdurchschnittliche KI. Anstatt beim kleinsten Hinweis auf einen Angriff in Abwehrstellung zu gehen, merken die CPU-gesteuerten Gegner erst nach direktem Beschuss, dass Gefahr droht. Diese Ignoranz geht sogar soweit, dass der Spieler problemlos eine Fensterscheibe zerschießen kann, ohne das der einen Meter davor stehende Feind auch nur mit der Wimper zuckt.

Black

Hersteller/Vertrieb

Criterion Games/Electronic Arts

Genre

Action

Plattform

PlayStation2, XBox

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Schade: Auf einen Multiplayer-Modus hat Criterion komplett verzichtet - ebenso auf alternative Lösungswege, Rätsel oder anderen modischen Schnickschnack. Was bleibt, ist ein ziemlich imposanter und martialischer Old-School-Shooter, der allerdings nichts in den Händen Minderjähriger zu suchen hat.

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU
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