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"Black & White 2: Battle of Gods": Der Gott bleibt einsam

Götter finden keine Ruhe. Kaum haben sie ihr Reich befriedet, meldet sich der besiegt geglaubte Gegner mit mächtigen Skelettarmeen zurück. Die Schlacht der Götter entbrennt aufs Neue ...

Wer meint, die Azteken am Ende von "Black & White 2" endgültig in ihre Schranken verwiesen zu haben, der irrt sich. Sie haben insgeheim ihre Kräfte wieder gesammelt und holen nun zu einem fürchterlichen Gegenschlag aus. Mit einem neuen Gott machen sie dem vermeintlichen Sieger die Gefolgsleute abspenstig und sind in der Lage, in kürzester Zeit riesige Heere untoter Kämpfer zu mobilisieren, die ihren Herrschaftsanspruch skrupellos mit Waffengewalt durchzusetzen trachten.

Der Kampf um die göttliche Vorherrschaft findet auf drei verschiedenen Inseln statt und gestaltet sich um einiges düsterer als im Hauptprogramm. Der Spieler-Gott entscheidet sich vor dem Beginn der Schlacht für die gute oder die böse Seite und darf je nach Wahl fortan Kindergärten oder Kasernen bauen. Es ist jedoch auch möglich, seinen Charakter erst nach und nach zum Engel oder zum Schurken werden zu lassen.

Wer sich bereits in "Black & White 2" mit Zuckerbrot und Peitsche eine tüchtige Kreatur herangezüchtet hat, darf diese auch im Addon weiter einsetzen. Die Auswahl der verfügbaren Kreaturen erweitert "Battle of the Gods" durch eine wehrhafte Schildkröte. Neben einer Hand voll neuer Gebäude spendiert das Programm lediglich ein paar neue Zauber, mit deren Hilfe sich Gegner in Tiere verwandeln, Skelettarmeen herbeirufen und sengende Lavaströme entfesseln lassen. Alles in allem ist die Zahl der Erweiterungen jedoch eher enttäuschend ausgefallen - zumal "Battle of Gods" auch nicht den von vielen Fans herbeigesehnten Mehrspielermodus beinhaltet.

Black & White 2: Battle of Gods

Hersteller/Vertrieb

Lionhead Studios/Electronic Arts

Genre

Strategie

Plattform

PC

Preis

ca. 15 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

An den Gameplay-Grundprinzipien von "Black & White 2" rüttelt das Addon nicht. Wer das Hauptprogramm kennt, kommt mit der vorbildlichen Steuerung sofort klar. Er wird die neuen Aufgaben auf den weitläufigen Karten zu schätzen wissen, sich an den vielen optionalen Mini-Games die Zähne ausbeißen, um Zusatzpunkte zu ernten - aber die großen Überraschungen bleiben aus. Diverse Schwächen des Hauptprogramms (etwa bei der Wegfindung) wurden in "Battle of Gods" nicht ausgemerzt. Trotz des außerordentlich günstigen Preises von gerade mal 15 Euro macht sich daher leichte Enttäuschung breit - vielleicht aber ja auch nur, weil man von den Lionhead Studios einfach Besseres gewöhnt ist.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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