"Daxter" Knast und Kakerlaken


Ein treuer Begleiter tritt aus dem Schatten eines Helden heraus: Sidekick Daxter geht seinen eigenen Weg - während Kumpel Jak im Knast schmort.

Zeitlich ist der Titel vor "Jak 2: Renegade" angesiedelt. Daxter hat gar keine andere Wahl, als die Abenteuer und den Kampf gegen Wanzen aller Art und Größe allein aufzunehmen. Kollege Jak weilt nämlich hinter Gittern, wo er sich mit bösen Mächten herumschlagen muss. So zieht der wieselähnliche Held mit elektrischer Fliegenklatsche und einem Tank voller Pestizide in die Schlacht gegen das Ungeziefer. Einige Upgrades peppen die Insektenspray verbreitende Sprühwaffe auf, ein riesiges Waffenarsenal baut Daxter allerdings nicht auf - und das ist auch gut so.

Die Stärke von "Daxter" liegt darin, dass man sich bei der Entwicklung auf das Wesentliche beschränkt hat: eine gute Story, genial-komische Charaktere, übersichtliche Struktur trotz großer Spieltiefe und perfekte Spielbarkeit. Bei allen Features hat der User das Gefühl, dass diese genau richtig dosiert sind.

Raum für geniale Ideen gibt es in den 17 Levels trotzdem reichlich. Mal wird auf einem Gleiter durch ein kunterbuntes Tal geheizt, mal ein Luftkampf mit der Wanzenkönigin ausgetragen. Sensationell sind auch die Traumsequenzen, in denen der Spieler viel über die größenwahnsinnigen Züge und Lieblingsfilme der behaarten Helden erfährt - "Matrix" lässt grüßen! Aber auch alle anderen Eigenschaften eines guten Jump&Runs sind vorhanden: knifflige Hüpfpassagen, nette Rätsel und eine gesunde Prise Nervenkitzel.

Daxter

Hersteller/Vertrieb

Ready At Dawn/Sony

Genre

Action-Adventure

Plattform

PSP

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Das Action-Adventure-Genre hatte es bislang nicht allzu leicht auf Sonys kleinem Alleskönner. Schuld waren meist die mangelnde Übersicht und Schludrigkeiten bei der Steuerung. "Daxter" zeigt jedoch, dass diese Probleme durchaus lösbar sind. Darüber hinaus besitzt der Titel eine für Handheld-Verhältnisse grandiose 3-D-Grafik, die sich vor den PS2-Vorgängern nicht zu verstecken braucht. Ein Sonderlob verdient sich Sony für rundum gelungene die Sprachausgabe.

Joachim Sinner/Teleschau TELESCHAU

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