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"Dead Space": Das Spiel mit der Angst

Virtueller Horrortrip: EAs Sci-Fi-Shocker "Dead Space" ist nichts für zart besaitete Gemüter - und schon gar nicht für Kinder.

Angst ist laut Definition ein menschliches Grundgefühl, das in bedrohlichen Situationen als ein die Sinne schärfender Schutzmechanismus funktioniert, der in tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Gefahrenmomenten ein angemessenes Verhalten einleitet - etwa Flucht. Bei EAs virtueller Horrormär ist die Angst ein ständiger Begleiter. Jedoch verleitet sie keinesfalls zur Flucht vom Bildschirm beziehungsweise dem Betätigen des Power-Knopfs, sondern motiviert zusammen mit der hervorragenden Story zum ständigen Weiterspielen.

Bei "Dead Space" dreht sich alles um den Techniker Isaac Clarke, der zusammen mit einem Aufklärungsteam an Bord der "USG Ishimura" nach dem Rechten sehen muss. Der gigantische Sternenkreuzer, der auf der Suche nach wertvollen Rohstoffen ganze Planeten ausbeutet, reagiert nicht mehr auf Funkrufe. Doch schon beim Anflug auf die "Ishimura" geht alles schief. Das Shuttle crasht im Hangar und wird schwer beschädigt. Dies ist jedoch nichts verglichen mit dem, was die Crew im Innern des Schiffs erwartet.

Bereits in den ersten Minuten wird klar, warum die USK lange überlegte, "Dead Space" ihr USK-Siegel aufzudrücken: Um mit allerlei grotesken Monstern fertig zu werden, die durch die dunklen Gänge der "Ishimura" schleichen, muss der Spieler diese fachgerecht zerlegen. "Strategic Dismemberment" nennt EA dieses fragwürdige und unappetitliche Feature - "taktische Zerstückelung"...

Fernab des Splatters lebt der Titel jedoch von seiner düsteren Atmosphäre. "Dead Space" setzt auf überraschende Schockmomente und geschickt aufgebaute Spannungsbögen. Vor allem Besitzer von Dolby-Surround-Anlagen dürften mit einer konstanten Gänsehaut durch die Korridore der "Ishimura" laufen: Hinter Isaac knallen Lüftungsgitter zu Boden, Maschinen rattern, Klauen kratzen über den Metallboden, während am Ende des Ganges ein unförmiger Alien-Mutant einen markerschütternden Schrei ausstößt.

Die schaurige Soundkulisse wird von einer ausgezeichneten Musikuntermalung abgerundet, die durch ein geschicktes Anschwellen und Verstummen gescriptete Schockmomente geschickt vorzubereiten weiß. EAs Soundingenieure und Komponisten haben ganze Arbeit geleistet, was auch für die hervorragenden deutschen Sprecher gilt. Nicht minder gelungen ist die detaillierte 3-D-Grafik, die geschickt das Spiel mit Licht und Schatten beherrscht und sämtliche Bildschirmanzeigen in Isaacs Equipment integriert. Aufgrund des linearen Gameplays gibt es aber nicht viel abseits des vorgegebenen Wegs zu entdecken - außer ein paar Energieknoten vielleicht: Mit diesen kann Isaac seinen Anzug und seine Waffen aufrüsten. Zudem lässt sich in Shops das Arsenal weiter ausbauen.

Hin und wieder muss Isaac Ausflüge in die Schwerelosigkeit unternehmen oder abwechslungsreiche Rätsel lösen, bei denen seine Telekinese- und Stasis-Fähigkeiten zum Einsatz kommen. Auch Ausflüge ins All stehen auf dem Programm, die aufgrund des knappen Sauerstoffvorrats jedoch schnell in Hektik ausarten. Sollte Isaac seinen letzten Atemzug machen, startet das Spiel an fair verteilten Rücksetzpunkten. Apropos: Frustrierende Stellen sucht man bei "Dead Space" vergeblich. Die Speicherpunkte sind gut gesetzt, auch Munition und Healthpacks finden sich genügend.

Dead Space

Hersteller/Vertrieb

EA/EA

Genre

Action

Plattform

PC, PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Hartgesottene Survival-Horror- und Shooter-Fans werden in "Dead Space" sicherlich auf ihre Kosten kommen. Ein Nachfolger zu "Dead Space" ist bei EA bereits in der Entwicklung.

Alexander Hildebrand/Teleschau / TELESCHAU
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