"Desperados 2 - Cooper's Revenge" Spiel mir das Spiel vom Tod


Wie das Debüt bietet auch der Nachfolger von "Desperados" einen Genremix aus bleihaltiger Action und Echtzeit-Strategie. Die Fortsetzung des Western-Knüllers glänzt zudem mit schöner Grafik und vielseitigen Charakteren.

Eine der Hauptfiguren ist der im Untertitel ("Cooper's Revenge") erwähnte John Cooper. Wie in vielen Westernfilmen - allen voran dem Klassiker "Spiel mir das Lied vom Tod" - ist Rache das Motiv, das die Handlung vorantreibt. Der Rachefeldzug des Protagonisten ist die Jagd auf die Mörder seines Bruders. Daher trommelt er die aus dem ersten Teil bekannte Crew zusammen: die sinnliche Lady Kate O'Hara, den abgebrühten Doc McCoy, den Mexikaner Pablo Sanchez und den Sprengstoffexperten Sam Williams.

Ein entschlossenes Sextett

Im Verlauf des Spiels kommt noch ein weiterer spielbarer Charakter dazu: Der Indianer Hawkeye bietet wie die anderen Figuren individuelle Fertigkeiten und Eigenschaften. So wählt man mit dem jeweiligen Protagonisten auch die Waffen, mit denen das Missionsziel erreicht werden sollen. Ebenso malerisch wie die klischeehaften Namen der Charaktere sind die Schauplätze des im Jahr 1883 angesiedelten Epos: In sechs Kapiteln reitet und schießt sich das Sextett durch Westernstädte, mystische Indianersiedlungen, beeindruckende Schluchten und kreuzt Wagentrecks sowie Forts.

Desperados 2 - Cooper's Revenge

Hersteller/Vertrieb

Spellbound/Atari

Genre

Strategie

Plattform

PC

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Die auffälligste Innovation der Fortsetzung ist, neben dem Plus an Action, dass die isometrische Perspektive, die man klassischerweise von Echtzeit-Strategiegames gewohnt ist, durch eine 3rd-Person-Ansicht ergänzt wird. Dadurch fühlt sich der PC-Westernheld unmittelbarer ins Spielgeschehen versetzt. Vorteilhaft ist, dass der Perspektivenwechsel jederzeit möglich ist. An Schießereien besteht, wie man es aus dem Fernsehen kennt, auch in diesem spielbaren Western kein Mangel.

Ein virtueller Schmaus für Taktik-Fans

Wie in Stealth-Spielen üblich, gibt es aber auch Missionen, in denen das Töten von Gegnern verboten ist. Hier kommen Taktikfans auf ihre Kosten, denn es gilt, die individuellen Fähigkeiten der Protagonisten geschickt einzusetzen, um Ablenkungsmanöver und Hinterhalte vorzubereiten und unerkannt zu operieren. Hört oder sieht ein Halunke den jeweiligen Charakter, wird der Westen richtig wild, ganz zu schweigen vom Gegner.

"Yippiyayee Schweinebacke" - den Ausspruch von Spielfigur Sam kennen Cineasten aus dem Film "Stirb langsam". Ebenfalls aus diesem Blockbuster bekannt: Die deutsche Stimme von Kopfgeldjäger John Cooper. Sie gehört nämlich Manfred Lehmann, dem Synchronsprecher von Bruce Willis. Eine hochkarätige Besetzung also, wie in einem Hollywoodfilm. Gleiches gilt für Story, Sound und Grafik. Tiefenschärfe, detaillierte Texturen, abwechslungsreiche Szenarien zwischen Arizona und Mexiko sowie Aufsehen erregende Explosionen sorgen für gute Unterhaltung - sowohl für Actionfans als auch Strategen. Der Oscar für den besten Spielewestern geht an "Desperados 2"!

Michael Eichhammer/Teleschau TELESCHAU

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