"Everybody's Tennis" Kindertennis für Knut-Fans


"Everybody's Tennis" richtet sich vor allem an Kinder. Aber wollen die wirklich mit der PS2 Tennis spielen?

Sonys "Everybody's Tennis" ist in jeder Hinsicht ein Spiel für Kinder und macht diesbezüglich seine Sache auch ganz ordentlich. Nur: Ist Tennis ein Sport, der die PlayStation2-Kids überhaupt interessiert? Wohl kaum! Es wird nicht so recht klar, wer dieses Produkt eigentlich kaufen soll. Das war bei "Everybody's Golf", das seit einer Weile auf dem Markt ist, ähnlich. Schade, denn beide sind recht liebevoll gemacht.

A und O bei jeder Tennis-Simulation ist die Steuerung, und die ist allemal das Glanzstück dieses Spiels. Sie ist zwar ziemlich simpel, aber eben eingängig und daher vor allem für Kinder bestens geeignet. Streng genommen gibt es nur drei verschiedene Schläge: Topspin, Slice und Lob. Punkte lassen sich jedoch fast immer nur auf die gleiche Weise erzielen. Es gilt, den Gegner von rechts nach links zu jagen und wieder zurück - so lange, bis er die Filzkugel eben nicht mehr erreichen kann. Das nimmt den Ballwechseln selbst auf Dauer jede Form von Abwechslung.

Auch wenn der Vergleich in gewisser Hinsicht unfair ist: Aber das kürzlich veröffentlichte "Virtua Tennis 3" hat dieses Problem zumindest ansatzweise behoben, indem es zum Beispiel möglich ist, gegen den Lauf des Gegenübers zu spielen. Solche Form von Realitätsbezug auf dem Court sucht man in "Everybody's Tennis" leider weitgehend vergeblich. Der Titel verspricht: "Tennis für jedermann". Die Wahrheit ist: Das ist Tennis für all jene, die große Augen niedlich finden und noch nie in ihrem Leben einen Tennisschläger in den Händen hielten.

Aber: Man sollte nicht zu gemein sein. Denn es ist ja alles ganz liebevoll gedacht. Im Herausforderungs-Modus spielt man sich durch verschiedene Klassen hindurch. Die Gegner werden langsam, aber stetig stärker. Es werden neue Plätze freigespielt, die mal am Wasser, mal auf irgendeinem Hinterhof liegen und auch unterschiedliche Beläge besitzen, die sich leidlich auf das Spiel auswirken. Dazu werden neue Figuren erworben. Ein ungemein nerviger Chinese mit Brille zum Beispiel. Oder auch ein gefühlt etwa 40 Zentimeter großer Bubi, der in seinem Bewegungsablauf an einen Yoda in Bestform erinnert. Wie ein Berserker flitzt der Winzling knapp über der Grasnarbe über den Platz. Dabei hat er Kopfhörer auf. Soll wohl cool sein. Später wird er die Kopfhörer durch eine knallrote Perücke ersetzen.

Everybody's Tennis

Hersteller/Vertrieb

Sony/Sony

Genre

Sport

Plattform

PlayStation2

Preis

ca. 62 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Ein paar nette Trainingseinheiten, die für den Spielverlauf allerdings ohne Belang sind. Eine charmant-niedliche Präsentation samt Xylophon-Geklimper im Hintergrund. Wechselnde Wetterverhältnisse. Kleine Staubwölkchen. - Es ist ja nicht so, dass "Everybody's Tennis" gänzlich ohne Charme und Fantasie ist. Doch bald schon mangelt es an Abwechslung, an Innovation. Bleibt als Fazit: Wer Tennis spielen will, greift weiter zu Segas "Virtua Tennis". Wer niedliche Knuddelbildchen sehen will, der klickt auf www.zoo-berlin.de/erleben/jungtiere/eisbaer-knut.html.

Christopher Zallmann/Teleschau TELESCHAU

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker