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"Gears of War": Man steht im Regen - und staunt

Ein Spiel, dessen Release-Zeitpunkt unglücklicher nicht sein könnte. "Gears of War" ist ein brutaler und blutiger Shooter. Aber nicht nur das: Die Sci-Fi-Schauermär setzt technische Maßstäbe ...

Es ist eine Gesetzeslücke, die im Fall "Gears of War" offenbart wird: Weil das Spiel offiziell in Deutschland nicht erscheint, muss es auch keine USK-Prüfung durchlaufen, die womöglich eine vorzeitige Indizierung zur Folge hätte. Stattdessen besitzt "Gears of War" nun den Status eines ungeprüften Import-Spiels, das automatisch eine USK-18-Einstufung erhält, aber dennoch problemlos beworben, angeboten und natürlich von Volljährigen gekauft werden kann. Letzteres übrigens ohne große Umstände: Nahezu jeder kleinere Software-Händler hat die für den österreichischen und Schweizer Markt komplett übersetzte Version des Spiels im Sortiment. Aber auch über das Internet kann "Gears of War" bequem geordert werden, sofern der Nachweis erbracht wurde, über 18 Jahre alt zu sein.

Was erwachsene Zocker erwartet, ist schlicht und ergreifend das bislang spektakulärste Xbox-360-Spiel. Eine knallharte Sci-Fi-Schauermär, in der die Menschheit von einer potthässlichen Spezies namens Locust an den Rand der Vernichtung getrieben wurde und die dringend nach einem Retter schreit - selbst wenn dieser ein Verräter sein sollte. Das alles erfährt man leider nur aus dem Handbuch. Bewegte Introbilder sucht man vergebens, allenfalls ein Clip auf der Homepage des Games erzählt in bewegten Bildern den Anfang vom Ende der Erde. Später treiben Cutscenes und geskriptete Ereignisse, die sich mit der Y-Taste sofort ins Blickfeld rücken lassen, die apokalyptisch Geschichte voran ...

Wir schlüpfen also in die Rüstung des zu 40 Jahren Militärgefängnis verdonnerten Soldaten Markus Fenix - eine grimmig dreinblickende Type mit imposant-dicken Oberarmen, vernarbten Gesicht und einfachem Wortschatz. "Stark" und "Scheiße" sind jedenfalls die häufigsten Worte, die ihm über die rauen Lippen gleiten. Er wird aus dem Knast geholt, weil die letzte Bleibe der Menschen von den Locust bedroht wird. Die ekligen Viecher - optisch irgendwo zwischen Freddy Krueger, Orks und Mutanten anzusiedeln - sind auf einem ebenso fatalen wie brutalen Zerstörungstrip. Ihre Divise: sie oder wir. Warum das so ist, erfahren Xbox-360-Spieler wohl erst im zweiten oder gar dritten Teil von "Gears of War", die nach einem furiosen Finale auf einem fahrenden Zug in Aussicht gestellt werden.

Bis es jedoch soweit ist, vergehen rund zehn Stunden intensivstes Gameplay fernab breit getretener Shooter-Pfade. Offene Feuergefechte sind in "Gears of War" selten. Vielmehr verschanzt sich Fenix hinter Wänden, Sandsäcken und Autowracks - und feuert aus sicherer Position. Dabei kommt eine sensationell einfache, "kontextsensitive" Steuerung zum Einsatz. Soll heißen: Nur mit Hilfe des A-Knopfs klettert der Sci-Fi-Soldat über Mauern, hechtet er sich von einer Deckung zur nächsten oder sprintet mit eingezogenem Kopf durch völlig zerstörte Locations. Letzteres ist übrigens ein echtes Erlebnis und Sinnbild dafür, wie atmosphärisch dicht hier inzeniert wurde: Wenn der Spieler die Beine in die Hand nimmt, wackelt das Bild, als käme ihm der virtuelle Kameramann kaum hinterher.

Aber auch sonst bietet sich dem Xbox-360-Zocker ein Effekt-Feuerwerk sondergleichen - angefangen bei den unglaublich detaillierten Figurmodellen über die gesamte Endzeit-Szenerie bis hin zu neckischen Licht- und Schattenspielen. Und wenn Fenix Soldatentrupp nach einer rasanten Panzerfahrt durch die Nacht plötzlich buchstäblich im Regen steht, Blitze die Dunkelheit durchzucken und das Wasser über den schroffen Steinboden rinnt, stockt einem der Atem. So was hat man noch nicht gesehen. Vorausgesetzt natürlich, die Xbox 360 schickt ihre Daten an ein HDTV-Gerät. Ist dann noch eine Dolby-Surround-Anlage vorhanden, steht dem Gänsehaut-Erlebnis rein gar nichts mehr im Wege. Vor allem, wenn sich plötzlich die Erde auftut und ein gewaltiges Locust-Spinnenvieh unter markerschütterndem Geschrei dem Spieler nach dem virtuellen Leben trachtet. Oder eine Berserkin durch eine Mauer bricht. Oder ...

Schwächen leistet sich "Gears of War" kaum. Zu viele Überraschungen hält das Game parat, zu viele sarkastische Dialoge, zu viele Details, die es zu entdecken gibt. Nur die KI-Kollegen agieren manchmal etwas übereifrig. Aber selbst hier hat Epic Games die ideale Lösung parat: ein Koop-Modus. Soll heißen: Die Kampagne kann auch mit einem menschlichen Mitspielern via Splitscreen oder "Xbox Live" bewältigt werden. Man deckt sich gegenseitig, flankiert den Gegner und schlägt an Weggabelungen unterschiedliche Richtungen ein - großartig! Deathmatch-Freunde toben sich auf zehn Multiplayer-Karten aus.

Gears of War

Hersteller/Vertrieb

Epic Games/Microsoft

Genre

Action

Plattform

Xbox 360

Preis

ca. 70 Euro

Altersfreigabe

ab 18 (keine USK-Einstufung)

Umso unglücklicher die Entscheidung von Epic Games, ein ebenso sinnloses wie brutales Feature einzubauen, ohne das "Gears of War" bestens ausgekommen wäre: die Verwendung einer Kettensäge, mit der Locust-Soldaten im Nahkampf brutal zerteilt werden können. Der Verzicht hätte zu viel an der Spielmechanik geändert, sagen die US-Entwickler, denen der deutsche Markt und die aktuelle Diskussion um "Killerspiele" angesichts üppiger Verkaufszahlen jenseits der Millionenmarke natürlich herzlich egal ist.

Gerd Hilber/Teleschau / TELESCHAU
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Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.