"Geocaching" Schatzsuche per Satellit


Geocaching lässt seit einigen Jahren Computerfreaks zu Naturburschen werden. In Deutschland und den USA ist das Interesse an den digitalen Schatzsuchen nach wie vor ungebrochen. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Wie bringt man einen Computerfreak an die frische Luft? Ganz einfach: Man muss nur einen "Geocache" in der Landschaft verstecken und die GPS-Daten im Internet platzieren. Das "Geocaching" erfreut sich großer Beliebtheit, wie die Zahlen auf geocaching.com zeigen, der ersten und bislang auch größten Community für dieses Hobby. Ein Geocache ist eine Tupperware-Dose, eine Flasche, ein Metallkasten oder ein anderer Behälter. Der darin verborgene Schatz kann alles Mögliche sein - von einer Muschel bis zum Kinderspielzeug sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Die GPS-Daten, also die geographischen Längen- und Breitengrade, werden im Internet mitgeteilt. Dann kann die Suche nach dem Geocache beginnen, mit dem GPS-Empfänger in der Hand durchs Gelände. Hat man das Versteck gefunden, darf man den Inhalt mitnehmen - ist aber verpflichtet, etwas Neues hineinzulegen, damit der Geocache weiter bestehen bleibt. "Hier liegen sie überall rum", sagt der 24-jährige Brad Bannach, der im Papago-Park von Phoenix im US-Staat Arizona mit dem GPS-Gerät und einer aus dem Internet ausgedruckten Liste unterwegs ist. "Ich kann sie meistens ziemlich schnell entdecken. Ich suche nach Steinen, die aufgetürmt sind oder nach anderen ungewöhnlich arrangierten Stellen." Angefangen hat die Geocaching-Bewegung im Mai 2000 in Portland im US-Staat Oregon.

Ausflüge mit GPS-Technik

Inzwischen ist es zu einem Freizeitvergnügen geworden, das die Freude an Ausflügen mit dem Spaß an der GPS-Technik verbindet. "Es ist eine preiswerte Art, um die Freizeit mit meinen Jungen zu verbringen", sagt Jeanette Lucas, die regelmäßig mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen auf Geocaching-Tour geht. Bei geocaching.com sind weltweit mehr als 400.000 Geocaches registriert. Neben den USA ist Deutschland sehr aktiv - dort sind mehr als 37.000 Geocaches versteckt. Geocacher Matthew Gonzalez ist in Arizona seit fünf Jahren dabei und denkt nicht, dass sein Hobby nur eine vorübergehende Modeerscheinung ist: "Als ich am Anfang den Leuten gesagt habe, dass ich auf Geocaching gehe, haben sie gefragt: 'Was ist denn das?' Heute fragen sie eher: 'Kann ich mitkommen?'" www.geocaching.com

Shanna Hogan/AP AP

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