"Hot Dogs Hot Girls" Das Auge isst mit


Fleischbeschau an der Burger-Theke? Mitnichten. Voyeure kommen in "Hot Dogs Hot Girls" kaum auf ihre Kosten, wohl aber die Freunde pfiffiger Wirtschaftssimulationen.

Schöne Körper und Fast Food? Das muss kein Widerspruch sein. Die umstrittene Schnellfress-Kette "Hooters" in den USA macht vor, wie man mit hübschen, leicht bekleideten Mädels den Umsatz noch etwas in die Höhe kurbelt. Genau hier setzt "Hot Dogs Hot Girls" an: Als frischgebackener Manager eines Fast Food-Imperiums übersät der Spieler nach und nach L.A., New York und Seattle mit einem Netz von Burger-Palästen, in denen knackig-kurvige Mädchen für die Kunden mit flinken Fingern die Hot Dogs in die Mikrowelle schieben.

Man beginnt in einer bescheidenen Hütte im Glasscherbenviertel der großen Stadt - ausgestattet mit einem Minimum an Küchenutensilien und einem netten Girl, von dem man denkt, dass es in der Gegend gut ankommt. Der nahe Großhändler liefert das Gourmet-Basismenü vom heißen Würstchen über Geschmacksverstärker bis hin zum giftig-bunten, süßstoffverseuchten Softdrink. Doch schon unter den ersten Kunden sind ein paar ungebetene Gäste: Räuber, die unser Tresenmädchen in einem Mini-Game mit gezielten Tellerwürfen in die Flucht schlagen darf. Zu allem Überfluss machen auch noch Computerviren den PDA mit den Buchhaltungsdaten unsicher und müssen in "Space Invaders"-Manier durch Dauerfeuer mit der Leertaste eliminiert werden.

Je mehr Erfolg der Laden hat, desto besser lässt er sich ausstatten: mit zusätzlichen Geräten, einem Koch und Reinigungspersonal sowie eigenen Spezialgerichten. Der Boss motiviert seine Mädchen mit neuen Klamotten, kleinen Geschenken und Fortbildungsmaßnahmen - oder investiert einen Teil des Budgets in Werbung. Wer möchte, kann auch in der Unterwelt Schutz anfordern, seinen Konkurrenten einheizen oder einen Kredit aufnehmen. Sobald das Geschäft richtig brummt, steckt der Spieler sein Kapital in den Aufbau weiterer Filialen in anderen Stadtteilen. Doch Vorsicht: Während im Industriegebiet viel nackte Haut für Kundschaft sorgt, bevorzugen die Business-Leute der Bankenviertel eher das "klassische" Outfit.

"Hot Dogs Hot Girls" spielt sich auf einer "SimCity"-ähnlichen Karte ab, die sich bequem drehen und zoomen lässt. In den Burger-Schuppen agieren nett animierte 3-D-Weibchen und -Männchen im "Sims"-Stil. Ein Icon-Menü am oberen Bildschirmrand erlaubt das schnelle Hin- und Herwechseln zwischen den Schauplätzen. Die wirtschaftlichen Geschicke seiner Fast Food-Tempel steuert der Manager zeitgemäß über seinen PDA - intuitiv, aber zeitweise etwas arg mausklicklastig.

Hot Dogs Hot Girls

Hersteller/Vertrieb

Fuzzyeyes/Trend

Genre

Simulation

Plattform

PC

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Alles in allem bietet Fuzzyeyes' Fast Food-Ketten-Manager eine unterhaltsame Mischung aus "seriöser" Wirtschaftssimulation, hübschen Mädchen, die umsorgt werden wollen, und netten Gags in Form von überraschend eingestreuten Mini-Games. "Hot Dog Hot Girls" hat genügend Tiefgang, um auch geübtere Wirtschaftssimulanten für eine Weile zu fordern, ohne jedoch in öde Tabellen- und Zahlenschubsereien abzugleiten. Eine Überraschung der angenehmen Art.

Herbert Aichinger/Teleschau TELESCHAU

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker