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"Skate": "Tony Hawk's" für Fortgeschrittene

EA wagt sich zum ersten Mal auf die Bretter, die die Funsportwelt bedeuten - und macht dabei eine erstaunlich gute Figur. "Skate" setzt mehr auf Realismus als Coolness.

Als "Tony Hawk's Project 8" auf den Markt kam, waren fast alle Gamer vom innovativen "Nail the Trick"-Feature begeistert. In diesem speziellen Modus ging es darum, spektakuläre Moves mittels der beiden Analog-Sticks durchzuführen. "Skate" setzt auf ein ähnliches und doch anderes Prinzip. Nahezu die komplette, als "Flickit" bezeichnete Steuerung macht von den Analog-Sticks Gebrauch. Anstatt beispielsweise mit einem Druck auf die X-Taste einen Ollie hinzulegen, muss der "Skate"-Spieler den rechten Analog-Stick zunächst nach unten ziehen und dann blitzschnell nach oben drücken. In Kombination mit dem linken Stick und den beiden Triggern werden so die unterschiedlichsten Moves auf den Bildschirm gezaubert.

Wie hoch oder weit der Sprung geht, hängt davon ab, wie lange der Stick in der unteren Position gehalten wird. Die vier Standard-Buttons dienen einzig und alleine zum Anschieben, Bremsen und Interagieren. Diese - fast schon revolutionäre - Neuerung erhöht den Realismusgehalt ungemein, da der Spieler sich vor jedem Sprung aufs Neue konzentrieren muss. Allerdings dürfte der eine oder andere Gamer große Probleme mit dieser Steuerungsvariante haben. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist die Kameraperspektive. Anstatt das Geschehen aus dem bewährten Third-Person-Blickwinkel zu präsentieren, setzt "Skate" auf eine dynamische Kamera, die das Bildschirmgeschehen abhängig von der Position des Skaters einfängt. Das sieht zwar ziemlich stylish aus, hat aber einen gravierenden Nachteil: Entfernungen zu einer Rampe oder einer Rail lassen sich nur schwer einschätzen, was meist in einem bösen Sturz endet. Es dauert also, bis man mit "Skate" warm wird. Aber der Wille zum Lernen ist ein nicht zu unterschätzender Motivator - und leider auch ein Muss. "Tony Hawk's" bietet hier den leichteren Zugang.

In Sachen Story greift EA auf die bewährten Elemente zurück: Im Karrieremodus muss der Spieler diverse Challenges gewinnen, um es auf die Titelseiten von zwei Skateboard-Mags zu schaffen. Die Spanne der Herausforderungen umfasst unter anderem "Best Trick"-Turniere, "Jams" und "Spot"-Wettbewerbe. Online-Modus und Free-Skate-Varianten sind ebenfalls integriert. Gute Idee: Steht eine Videoaufnahme an, entscheidet der Spieler selbst, wo der Film gedreht werden soll. Apropos Video: Die Aufzeichnungen lassen sich schneiden, mit Spezialeffekten aufpeppen und auf die EA-Server hochladen, sodass die Spieler ihre Fähigkeiten der ganzen Community vorführen können.

Skate

Hersteller/Vertrieb

EA Black Box/Electronic Arts

Genre

Sport

Plattform

PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 70 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Sehen lassen kann sich auch die Grafik. Besonders gut sind den Entwicklern die Animationen der Skater gelungen. Aber auch die Darstellung der einzelnen Stadtviertel ist überzeugend. Kleiner, aber feiner Konsolenunterschied: PS3-Besitzer haben gelegentlich mit Rucklern und Zeilenverschiebungen zu kämpfen, Xbox-360-User nicht. Der Soundtrack kommt EA-typisch querbeet aus den Boxen: NWA und Cheap Trick sind ebenso vertreten wie Sex Pistols. Hier hat die PS3 mit glasklarem DTS-Sound die Nase vorne.

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU
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