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Bezahlfernsehen: Sky. Um Himmels willen

Technik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken - und wenn sie herumspinnt, ist das Drama groß. In einer Serie widmet sich stern.de in loser Folge "Technik, die nervt". Diesmal: Über das Problem, von dem Sender zu bekommen, wofür man bezahlt. Oder wenigstens eine Antwort.

Von Edgar Fuchs

Es war ein Jahrhundert-Spiel der National Football League (NFL). Die New England Patriots besiegten die Tennessee Titans 59:0. Ein höheres Ergebnis hat es 1920 einmal gegeben. Bei den Patriots spielte ein deutscher Profi, Sebastian Vollmer aus Kaarst. Das hätte ich gerne gesehen. Aber wieder einmal wurde ich von SKY verhöhnt. Wie immer wenn ich Kanal 204 einschalte, erfahre ich, dass das Programm verschlüsselt ist. Vorher zeigt mir ein Insert noch, was ich jetzt sehen würde, wenn ich es sehen könnte. Also New England Patriots vs. Tennessee Titans. Wegen solcher Highlights habe ich bei Sky das teuerste aller möglichen Abonnements abgeschlossen, für 54.90 Euro pro Monat, das den amerikanischen Sport-Kanal ESPN enthält. Theoretisch.

Die NFL geht bereits in die achte Runde, ich habe noch kein einziges Spiel gesehen. Und ich habe mich nun wirklich bemüht. Bei service@sky.de. Eine Mail mit der Bitte um Hilfe wurde innerhalb einer Minute beantwortet, mit der "automatisch erstellten E-Mail" ("Bitte antworten Sie nicht auf diese Nachricht"), dass zur Zeit viele Anfragen vorlägen und sich "aufgrund dieser grossen Nachfrage die Beantwortung Ihrer Email verzögern und einige Tage dauern" kann. Aus einigen Tagen sind Wochen geworden, bis heute habe ich von service@sky.de. nichts mehr gehört.

Telefonischer Hilferuf

Aber es gibt ja auch noch die Möglichkeit, telefonisch SOS zu senden. Unter einer kostenpflichtigen 0180-Nummer lernt man überwiegend freundliche, sehr hilfsbereite, aber wenig hilfreiche Menschen kennen. Die es zuerst einmal mit der Service-Billigversion versuchen und dazu auffordern, den Stecker rauszuziehen und wieder einzuführen, gleiches dann auch mit der Smartcard zu wiederholen, was aber leider nichts bringt.

Die nächste Ansprechpartnerin klingt technisch sehr versiert, das macht Hoffnung. Eine Stunde lang soll ich das Programm Sky Sport Info einzuschalten, damit ein Signal gesendet werden könnte. Wo immer es gelandet sein mag, auf meinem Apparat jedenfalls nicht.

Nachdem weitere Anweisungen wie automatischer Sendersuchlauf, zurück zur Werks- bzw. Grundeinstellung des Empfängers zu keiner Verränderung führten, fand man bei Sky, es könne nur am Decoder liegen und empfahl, den Hersteller zu kontaktieren. "Kennen wir schon", hieß es dort. "Sie brauchen eine neue Smartcard".

Nachdenken im Off

Darüber musste man bei service@sky.de erst einige Minuten im Off nachdenken. Dann wurde eine neue Smartcard versprochen. Aber auch das heißt bei Sky noch nicht viel. Als sie nach einer Woche immer noch nicht eingetroffen war, dachte ich, dass vielleicht die Kollegen von der Presse-Abteilung hilfreich sein und sich um des Falles annehmen könnten. Eine höfliche Mail mit der Bitte, vielleicht an der richtigen Stelle die richtige Entscheidung herbeizuführen, um mir die bezahlte Leistung endlich komplett zu liefern, versendete sich offenbar wie vor Wochen das Signal zu Sky Sport Info: im Nichts. Keine Antwort.

Es ist nicht so, dass bei Sky nichts funktionieren würde. Die Fußball Bundesliga, ein nicht dringend sehenswertes Filmprogramm gibt es. Und die Buchhaltung. Die 54,90 Euro pro Monat werden regelmäßig abgebucht. Mal sehen, wie schnell die Rechtsabteilung ist. Die Einzugsermächtigung habe ich zurückgenommen. Ich bezahle nicht mehr, was nicht geliefert wird.

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