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Computerspiele: Die verspielte Republik

Finale in Leipzig: Die wichtigste Spielemesse Europas zieht im nächsten Jahr von der Provinz in die Mitte der Republik. Auch wenn der Umzug für Leipzig traurig ist, spiegelt er doch die Wirklichkeit wider: Die Spiele sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Von Gerd Blank

Die größte und wichtigste Spielmesse öffnet zum letzten Mal in Leipzig die Pforten. Zum letzten Mal? Mit aller Kraft sträubt sich die Messe Leipzig gegen den unvermeidlichen Abschied von der Games-Industrie. Ab 2009 treffen sich Spieler und Hersteller in Köln, um dort über Spiele zu fachsimpeln. Leipzig hat den Kampf um die beliebte Publikumsmesse verloren, weil es angeblich zu wenige hochwertige Unterkünfte für Besucher gibt und die Infrastruktur zu schlecht war. Auch kam das Messegelände bereits in den vergangenen Jahren an den Rand seiner Kapazitäten, ein weiteres Wachstum war nur schwer denkbar. Aber die Industrie wächst rasant und will dies auch zeigen. Nintendos Messeabsage für 2008 darf als erstes Signal dafür gewertet werden, dass Leipzig an Attraktivität verloren hat - auch wenn das Unternehmen nicht der Messe die Schuld gibt, sondern als Grund eigene Konzepte angibt.

Aber auch wenn sich der Spieleverband gegen Leipzig entschieden hat und lieber in Köln unter dem neuen Namen GamesCom eine neue Leitmesse installieren will, gibt sich Messe Leipzig kämpferisch. Der Name "Games Convention" gehört Leipzig und mit diesem Namen wird man auch weiter Erfolge feiern. Damit zeigt die Messestadt, dass sie ein schlechter Verlierer ist. Dass die Messe Leipzig nicht auf den erfolgreichen Markennamen verzichten möchte ist vielleicht noch verständlich. Dass sie diesen Namen unbedingt weiter für eine eigene Messe nutzen will, ist allerdings nur schwer vertretbar. Angeblich haben sich Microsoft, Nintendo und Sony bereits wohlwollend zu den Plänen in Leipzig geäußert. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Veranstalter der Games Convention da etwas falsch verstanden haben.

Deutschland braucht keine zwei Spielmessen. Weder Presse und Einzelhandel, noch Besucher und Entwickler könnten dafür sorgen, dass beide Messen zu internationalen Leitmessen würden. Viel eher würden sie sich gegenseitig schwächen. Zudem wären zwei Messeauftritte vielen Ausstellern zu teuer. So traurig es für Leipzig sein mag: Sie sollten die Größe haben, stolz auf ihre Leistung zu sein, in Deutschland so viel für Spiele getan zu haben und nun zurücktreten.

Nerds und potenzielle Killer

Aber in der Tat: Die Messe Leipzig hat den Deutschen zwar nicht das Spielen beigebracht, aber sehr früh erkannt, welche Relevanz Spiele in Deutschland haben. Über lange Jahre wurden Spieler nicht ernst genommen, auch wenn die Industrie nicht erst seit der Games Convention prächtig mit digitaler Unterhaltung verdient. Doch die Berichterstattung über Spiele war außerhalb der Genre-Medien sehr einseitig. Spieler waren Nerds oder potenzielle Killer. Dass Games aber nicht nur Kreativität und Intellekt fördern, sondern auch für viele Menschen ein wichtiges Unterhaltungs- und Kulturgut darstellen, ist den meisten Publikationen fast verborgen geblieben. Außerhalb von Fachmagazinen und von kurzen Rezensionen einiger Titel in anderen Publikationen fand kaum eine Berichterstattung über Spiele statt.

Vor allem zwei Faktoren haben die Wahrnehmung sehr verändert. Zum einen hat Nintendo neue Zielgruppen zum Spielen gebracht. Nicht mehr nur Männer lassen sich von digitalen Inhalten beeindrucken, auch Frauen spielen vermehrt mit den Spielkonsolen Wii und DS. Andererseits zeigte "Grand Theft Auto" eindrucksvoll, dass ein Spiel auch Platz in den Feuilletons finden kann und muss. Das Spiel wurde in der Berichterstattung nicht mehr nur auf Gewaltdarstellungen reduziert. Das Spiel für Erwachsene mit spielerischer und inhaltlicher Tiefe wurde als Kulturgut akzeptiert. Und es zeigte sich, dass mit Erwachsenenunterhaltung auch Geld verdient werden kann, brach der Titel doch alle vorherigen Verkaufsrekorde.

Vermeintlich neuer Trend

Gerne nutzt die Industrie die neue Zauberformel "Casual Gaming", um einen vermeintlich neuen Trend zu erklären. Dabei steht die Bezeichnung doch eigentlich nur dafür, dass Spiele inzwischen alltäglich sind. Für Klaus Teichmann von Intenium, einem Anbieter für Casual Games ist der Grund hierfür simpel: Diese Spiele "sind so im Kommen, weil der Computer zu etwas ganz Normalem geworden ist. Die Berührungsängste sind weg."

Die Welt des Spiels ist bunt und vielfältig, wie alle Aspekte der Kultur. Auch im Film gibt es vom Blockbuster bis zur Telenovela alle Spielarten der Unterhaltung. Das gleiche gilt für Musik und Literatur: Zwischen Schund und Kunst ist alles möglich. Guillermo del Toro, Regisseur von "Hellboy 2", sagte auf der Games Convention in Leipzig: "Wir befinden uns jetzt am Beginn der Phase des Erwachsenwerdens der Videogames. Ich möchte erinnern an die Entwicklung von TV-Serien in den letzten zehn Jahren. Meiner Meinung nach findet man das zurzeit Beste, was es zum Thema Geschichtenerzählen für audio-visuelle Medien gibt, im US-Kabelfernsehen. Aber auch Fernsehen musste erwachsen werden."

Schneller Euro mit schlechten Spielen

In Deutschland gelten Spieleentwickler seit kurzem als Kulturschaffende. Die Öffentlichkeit beginnt zu verstehen, dass alle Spieler und alle Spiele nicht über einen Kamm geschoren werden können. Mehr noch: Spiele gehören inzwischen zum allgemeinen Medienkonsum. Kein Wunder also, dass auch mehr wirtschaftliche Mitspieler daran partizipieren - und vor allem verdienen - wollen. Dabei gibt es natürlich auch Anbieter, die mit schlechten Spielen einen schnellen Euro verdienen wollen. Oder jene, die lieber auf Fortsetzungen setzen, als neue und besondere Inhalte zu schaffen. Jörg Trouvain, Europachef vom neuen Marktführer Activision Blizzard, ist sich aber gar nicht sicher, dass das Rad immer neu erfunden werden muss. "Natürlich gibt es Themen, die gewünscht werden, und die wir dann verbessern und mit neuen Inhalten füllen. Das macht der Film, der schon immer als Kulturprodukt angesehen wurde, nicht anders. Man denke nur an Serien wie James Bond." Martin Lorber, Pressesprecher von Electronic Arts, haut in die gleiche Kerbe: "Wir bringen doch nur deshalb die Fortsetzungen raus, weil unsere Kunden nach diesen verlangen."

Inhalte von Spielern für Spieler

Und trotz der vielen ähnlichen Spielprinzipe tauchen immer wieder Games auf, die etwas ganz besonderes bieten, die eine Geschichte erzählen oder mit neuen Ideen überzeugen. In diesem Jahr setzten gleich zwei Unternehmen dabei auf ähnliche Konzepte: Während Electronic Arts mit "Spore" ein Game entwickelt hat, bei dem Spieler bizarre Wessen erschaffen können, veröffentlicht Sony für die Playstation "Little Big Planet", ebenfalls ein Spiel mit von Nutzern erstellten Figuren. Beide Konzepte setzen auf die Mitwirkung und Kreativität der Spieler. Sie sollen eigene Inhalte erstellen und diese mit anderen tauschen.

Nach "Casual Gaming" wird als nächstes also "User generated Content" als das nächste große Ding gehandelt. Microsoft hat hierfür sogar eine Software veröffentlicht, mit der ohne Programmierkenntnisse Spiele für die Xbox entwickelt werden können. Aber sind die von Nutzern generierte Inhalte die Zukunft der Spiele? Boris Scheider-Johne, Xbox-Manager bei Microsoft, sagte, dass diese Art Spiel nur eine mögliche Zukunft ist. Aber "Super-8-Filme haben auch nicht Hollywoodproduktionen abgelöst. Es wird immer große Blockbusterproduktionen geben, die die Massen ins Kino locken."

Dass die Games Convention von der Provinz in die Mitte der Republik umzieht muss nicht jedem gefallen, ist aber ein logischer Schritt, denn in der Mitte der Gesellschaft sind die Spiele bereits angekommen. Doch damit ist noch nicht das Ende der Entwicklung erreicht, nun schicken sich Spiele an von einem Phänomen zum Mainstream zu werden. Jörg Trouvain von Activision Blizzard sieht die Spiele sogar schon dort angekommen: "Was Fernsehen für das letzte Jahrhundert war, das ist Computerspielen für dieses Jahrhundert."

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.