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Internetzugang für die ganze Welt Facebook kauft Drohnen-Hersteller


Angeblich 60 Millionen Dollar will Facebook für Titan Aerospace ausgeben - eine Firma, die Drohnen herstellt. Die Fluggeräte sollen Menschen in entlegenen Gebieten den Zugang zum Internet ermöglichen.
Von Timo Brücken

Nach dem 19-Milliarden-Deal mit Whatsapp, lässt es Facebook nun etwas ruhiger angehen: Nur 60 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 43 Millionen Euro) will der Konzern laut der Tech-Website "TechCrunch" für Titan Aerospace ausgeben - eine Firma, die Drohnen herstellt. Will Facebook uns also demnächst auch aus der Luft überwachen oder gar ins Waffengeschäft einsteigen? Nein, es geht wohl um andere Ziele.

Im vergangenen Jahr hat Facebook die Inititative Internet.org ins Leben gerufen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, "den zwei Dritteln der Weltbevölkerung, die noch keinen Zugang zum Internet haben, dazu zu verhelfen". Samsung, Nokia und der Browser-Hersteller Opera sind schon mit an Bord. Titan Aerospace wäre ein guter Partner, um Internetzugänge auch in die entlegensten Gebiete der Erde zu bringen.

Eine Mischung aus Drohne und Satellit

Denn die Firma stellt keine Kampfdrohnen oder Mini-Helikopter für Hobby-Piloten her, sondern ultraleichte unbemannte Flugzeuge. Diese sollen jahrelang in einer Höhe von etwa 20 Kilometern fliegen können, ohne aufzutanken - dank Hunderter Solarzellen auf den Tragflächen. Für Facebook soll Titan Aerospace zunächst 11.000 dieser Fluggeräte bauen, die dann zum Beispiel in Entwicklungsländern über Gebieten ohne entsprechende Infrastruktur kreisen und die Menschen dort per Funk ins Internet bringen. Der Hersteller nennt seine Drohnen auch "Atmosphären-Satelliten", weil sie ähnliche Aufgaben wie normale Satelliten übernehmen können. Aber das aus sehr viel weniger Höhe und deutlich billiger, wie es in diesem Video heißt:

Ganz uneigennützig ist die Sache für Facebook natürlich nicht. Passend zur langsameren Datenübertragung der Drohnen könnte es abgespeckte App-Versionen von Facebook und Whatsapp geben, schreibt "TechCrunch". Diese könnten dazu dienen, die vielen Neukunden zu "lukrativen lebenslangen Kunden" für den Konzern zu machen. Facebooks Konkurrenz arbeitet an ähnlichen Projekten: Auch Google will Menschen aus der Luft mit Internetzugängen versorgen - allerdings mit Ballons statt mit Drohnen.

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