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iPod-Streit: Apple wirft RealNetworks "Hackertaktik" vor

RealNetworks hat einen Weg gefunden, Musik aus seinem Angebot auch auf dem iPod abspielbar zu machen. Apple ist wenig amüsiert und nennt das Vorgehen von Real "Hackertaktik".

Der Computerhersteller Apple hat dem Multimedia-Unternehmen RealNetworks "Hackertaktik" vorgeworfen und will dessen neue Software Harmony untersuchen lassen. "Wir sind erstaunt, dass RealNetworks die Taktik und Ethik eines Hackers angenommen hat, um in unseren iPod einzubrechen", teilte das Unternehmen in Cupertino (US-Bundesstaat Kalifornien) mit. Erst Anfang dieser Woche hatte RealNetworks ihre neue Software "Harmony" angekündigt, mit der Musik aus Reals Internet-Musikladen auch auf Apples mobilem Player iPod abspielbar sein soll.

Im Markt für Internet-Musik konkurrieren die beiden Unternehmen. Mit seinem Internet-Musikshop iTunes Music Store und dem mobilen Player iPod war Apple in kurzer Zeit zum Marktführer aufgestiegen und beansprucht für sich derzeit rund 70 Prozent Marktanteil in diesem Geschäftsbereich. Auf dem iPod lassen sich nur Songs im MP3-Format und dem Apple-eigenen Format abspielen, die mit einer von dem Unternehmen selbst entwickelten Rechteverwaltung (DRM) mit dem Namen "Fairplay" versehen sind.

Keine Lizenz erteilt

Real-Chef Rob Glaser soll bereits vor Monaten Apple-Chef Steve Jobs per E-Mail vergeblich um eine Lizenz gebeten haben. Das Unternehmen will mit der Übersetzungssoftware "Harmony" nach eigenen Angaben keinerlei Urheberrechte von Apple verletzt haben. Experten hatten vermutet, das Real für die Entwicklung des Produkts ein in der Softwareindustrie durchaus übliches Verfahren zur Analyse von Programmen genutzt hat. Apple kündigte an, die Software genauer zu untersuchen. Vor allem soll geklärt werden, ob Real gegen die Gesetze des US-Urheberrechts Digital Millennium Copyright Act (DMCA) verstoßen hat.

DPA / DPA