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Kein Flash von Adobe fürs iPhone: Apple spielt seine Macht aus

Adobe gibt sich im Kampf gegen Apple geschlagen: Der US-Softwarekonzern will kein Geld mehr investieren, um Flash für das iPhone tauglich zu machen. Experten halten das für gefährlich.

Von Thomas Wendel und Martin Ottomeier

Der US-Softwarekonzern Adobe Systems gibt gegenüber Apple klein bei. Das Unternehmen werde nicht mehr weiter Geld investieren, um die populäre hauseigene Multimedia-Software Flash für das iPhone tauglich zu machen, kündigte Adobe-Manager Mike Chambers jetzt in seinem Webblog an. Entwickler, die auf Grundlage von Flash Software für das Apple-Handy geschrieben haben, "sollten darauf vorbereitet sein, dass Apple ihre Inhalte und Programme aus dem iTunes Store entfernt", erklärte Chambers.

Adobe zieht sich damit von einem der erfolgreichsten Geräte für den mobilen Internetzugang zurück. Die in der Nacht zu Mittwoch vorgelegten Quartalszahlen Apples unterstrichen, dass das iPhone weiter reißenden Absatz findet: Allein 8,75 Millionen der Geräte fanden im abgelaufenen Vierteljahr einen Käufer - mehr als im Weihnachtsquartal. Die Verbreitung des Geräts nutzt Apple, um Softwarestandards für den mobilen Webzugang zu setzen.

Das hat zu einem Machtkampf zwischen Apple-Chef Steve Jobs und dem ebenfalls im Silicon Valley ansässigen Softwarekonzern Adobe geführt. Jobs stichelt gegen Flash, eine Multimedia-Software, auf deren Basis laut Adobe 75 Prozent aller Videos im Web laufen und die auf Millionen von Internetseiten im Einsatz ist.

Jobs bezeichnete Flash als durchsetzt mit "Sicherheitslöchern". Zudem führe die Software zu einem hohen Energieverbrauch, der für das iPhone nicht akzeptabel sei. Apple werde deshalb auch künftig Flash nicht in seinen Mobiltelefonen erlauben, erklärte Jobs mehrmals. Dies gelte auch für den neuen Tablet-PC iPad, der seit April in den USA verkauft wird. Apple setzt dagegen auf die schon teils einsatzfertige neue Webtechnologie HTML5.

iPhone-Besitzer sehen deshalb nur eine Art Legobaustein auf ihrem Display, sobald sie eine Flashseite im Internet aufrufen. Nur über den Umweg von iPhone-Programmen, sogenannten Apps, kommt Flash noch ins Apple-Handy: Programmierer nutzen die Software, um damit schnell zum Beispiel Spiele für das iPhone zu entwickeln. Gut 100 dieser Programme sind derzeit in Apples iTunes Store herunterladbar - wohl nicht mehr lange: Denn Apple hatte zuletzt die Bedingungen für Entwickler verschärft. Sie dürfen unter anderem für ihre Programme nicht mehr Flash benutzen. Zahlreiche weitere Einschränkungen führten zu einem Aufschrei der Entwickler. Viele Software-Experten sehen sich kujoniert. Sie werfen Apple vor, bestimmen zu wollen, welche Inhalte und Programme auf einem Endgerät installiert und gezeigt werden dürfen. Die Apple-Führung habe entschieden, "ihr System geschlossen und proprietär zu halten. Darum unterstützen sie nicht Flash", sagte Adobe-Chef Shantanu Narayen kürzlich.

Adobe keilt zurück

Branchenexperten teilen einige dieser Befürchtungen: Apple stelle mit der Verbannung von Flash auch sicher, dass Anwendungen für iPhone und iPad nicht außerhalb des iTunes Store verkauft würden. Ein Vorwurf, den Apple stets zurückweist. Die Blockade Apples ist für Adobe gefährlich, schließlich trifft sie ein Kernprodukt des Softwareherstellers. Zwar verfügt Adobe mit dem Bildbearbeitungsprogramm Photoshop über einen bekannten Umsatzbringer. Auch in der sogenannten Creative Suite, in die Photoshop und Webdesign-Programme eingebettet sind, sei "nur ein sehr kleiner Teil direkt mit Flash verbunden", sagt Jeffrey Hammond, Analyst des IT-Beraters Forrester. Doch langfristig ist Flash vor allem für sogenannte Plattformprodukte wie Adobe Air wichtig, die 2009 rund sechs Prozent zum Konzernumsatz von 2,9 Millarden Dollar beisteuerten. Air und Flash erlauben das Erstellen und Abspielen von Programmen und Inhalten wie Videos aus dem Web. Doch beim erfolgreichsten Anbieter mobiler Internetgeräte, Apple, ist Adobe außen vor. Inzwischen sind über 50 Millionen iPhones verkauft.

Mit der US-Fluggesellschaft Virgin America hat erstmals ein größeres Unternehmen Flash von seiner Internetstartseite verbannt - weil dort iPhone-Nutzer mobil einchecken wollten, wie Virgin-Manager Ravi Simhambhatla dem Onlinedienst The Register sagte. Adobe keilt inzwischen zurück: Manager des Unternehmens machen sich in Blogs lustig über die Einschränkungen für iPhone-Software-Entwickler. Selbst Gerüchte über eine Wettbewerbsklage machen in Fachforen die Runde.

Die Kunden scheint das nicht zu stören. Es seien "unglaubliche Ergebnisse", die Apple für das vergangene Quartal vorgelegt habe, urteilten Analysten der Bank of America Merrill Lynch gestern. Der Konzern setzte 49 Prozent mehr um als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Von den 13,5 Millarden Dollar Erlösen blieben 3,1 Millarden Dollar als Nettogewinn hängen - ein Plus von 90 Prozent.

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FTD
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.