Missbrauch Mutmaßlicher Datendieb stellt sich der Polizei

Er soll die Bankdaten von 17.000 Kontoinhabern geklaut und verkauft haben - jetzt hat sich der mutmaßliche Datendieb der Polizei gestellt. Einem Zeitungsbericht zufolge ist der Mann im Telefonwerbergeschäft tätig und hatte im Auftrag der Süddeutschen Klassenlotterie Daten gesammelt.

Im Skandal um die Weitergabe von Bankdaten Tausender Verbraucher hat sich der mutmaßliche Datendieb in Hannover der Polizei gestellt. Der Mann sei dort bereits vernommen worden und habe den Verkauf von Daten gestanden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung.

Allerdings lasse sich kein Zusammenhang mit der am Dienstag durchsuchten Firma in Viersen herstellen, die die Daten unter anderem an Call-Center weiterverkauft haben soll. An diese Firma habe der Mann selbst keine Daten verkauft, sagte der Sprecher. Man prüfe jetzt aber, ob es in seinen Aussagen Hinweise auf andere Fälle gebe - die Informationen würden dann an die zuständigen Staatsanwaltschaften weitergeleitet.

Der Mann ist dem Zeitungsbericht zufolge im Telefonwerbergeschäft und hatte vor zwei Jahren Daten für die Süddeutsche Klassenlotterie (SKL) gesammelt. Dabei soll er die Daten auf eine CD gebrannt haben. "Es waren bis zu 2,5 Millionen Datensätze - ich habe sie dreimal verkauft", wurde er zitiert. Die SKL hatte als Reaktion auf den Bericht Strafanzeige wegen Datenmissbrauchs und Verdachts des Geheimnisverrats gestellt. Das Unternehmen wies darauf hin, dass der Verdächtige weder Mitarbeiter der SKL sei noch in deren Auftrag gehandelt habe. Man verfüge selbst nicht über einen eigenen Datenbestand der Spieler und habe auch niemanden zur Datengenerierung beauftragt.

Der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein war anonym eine CD mit mehr als 17.000 Datensätzen von Verbrauchern zugespielt worden. Das Landesdatenschutzzentrum in Kiel erstattete daraufhin Strafanzeige gegen eine Firma aus Viersen, die nach Angaben der Behörde diese Daten unter anderem an Call-Center weiterverkauft haben soll.

AP AP

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