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Outlook-Zusatzprogramm Xobni: Mehr Hirn für das Postfach

Eine kleine Firma aus Kalifornien tritt an mit einem großen Ziel: uns allen das Leben mit der E-Mail-Flut zu erleichtern. In den USA schon populär, bringt Xobni seine kostenlose Outlook-Erweiterung nun auch auf Deutsch heraus.

Von Karsten Lemm, San Francisco

Als der amerikanische Computerwissenschaftler Ray Tomlinson Ende 1971 die erste E-Mail von einem Großrechner zum nächsten schickte, konnte er nicht ahnen, dass die Welt einmal in elektronischer Post geradezu ertrinken würde: Mehr als 250 Milliarden E-Mails schwirren Tag für Tag durchs weltweite Datennetz, schätzt der Marktforscher Radicati Group - etwa 80 Prozent davon sind Werbung und andere Müll-Mails: Spam.

Doch selbst die Flut legitimer Nachrichten scheint kaum zu stoppen. Hilfe bietet nun die kalifornische Jungfirma Xobni an, die eine kostenlose Erweiterung für Microsoft Outlook entwickelt hat: Das Hilfsprogramm schaut dem Nutzer bei der Arbeit unauffällig über die Schulter und analysiert fortwährend alle Nachrichten, die ankommen oder verschickt werden. So erkennt Xobni etwa, mit wem man besonders oft E-Mails austauscht, erlaubt detailliertes Suchen in sämtlichen Nachrichten und erstellt aus Kontaktinformationen, die in E-Mails vorkommen, automatisch Karteikarten mit Nutzerprofilen. Ist der Absender bei Facebook, LinkedIn, Skype oder Xing angemeldet, kann Xobni das jeweilige Profil, inklusive Foto, direkt vom sozialen Netzwerk holen und in Outlook anzeigen.

"Menschen geht es um Menschen"

"Bei E-Mail sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen, nicht der Computer", sagt Matt Brezina, Mitgründer der Firma, deren Name sich aus dem Wort "Inbox" ableitet, rückwärts buchstabiert. Der menschliche Aspekt fehlt dem Kalifornier bisher grundsätzlich in E-Mail-Programmen. "Ordner, in denen Nachrichten abgelegt werden - so denken Computer", sagt der 29-Jährige. "Aber Menschen geht es um andere Menschen."

Deshalb zeigt Xobni für jede E-Mail in der Inbox in einer eigenen Spalte rechts daneben an, wer sie geschickt hat, ob der Absender bekannt ist, wann man das letzte Mal miteinander zu tun hatte, welche Dokumente dabei als Anhang verschickt wurden und vieles mehr. "Oft geht es ja nicht nur um den Inhalt einer Nachricht", sagt Breznia, "sondern auch den Zusammenhang und das soziale Umfeld."

Mehr als fünf Millionen Mal ist die Outlook-Erweiterung seit Anfang 2008 heruntergeladen worden, sagt Xobni, und zu den größten Fans gehören Nutzer zwischen Kiel und Konstanz. Deshalb geht die 30-Mann-Firma aus San Francisco nun mit einer deutschen Version an den Start und hat sich das hiesige Business-Netzwerk Xing als Partner dazu geholt. Facebook-Kontakte aus Deutschland werden vorerst weiterhin mit englischer Beschriftung angezeigt. Die Basisversion der Software ist kostenlos, doch sie soll die Nutzer eigentlich nur auf den Geschmack bringen: Die Vollversion, "Xobni Plus" genannt, bietet eine Reihe von Zusatzfunktionen und kostet 30 Dollar. Der Preis, derzeit knapp 25 Euro, gilt auch in Deutschland - abgerechnet wird über Kreditkarte oder PayPal.

Microsoft hat dazugelernt

Als Brezina und sein Mitgründer Adam Smith im Frühjahr 2007 ihr Studium abbrachen, um die Idee von der cleveren Inbox zu verfolgen, hatten sie es allerdings noch etwas leichter als heute. Denn mit der neuesten Version in Office 2010 ist auch Outlook ein Stück schlauer geworden: Nun beherrscht das Microsoft-Programm selbst das schnelle Suchen in allen Ordnern und kann auch automatisch erkennen, welche E-Mails zum selben Thema gehören, um sie auf Wunsch zusammenhängend darzustellen ("Conversation View"). Der "Outlook Social Connector" schlägt zudem die Brücke zu LinkedIn und Myspace, künftig auch zu Facebook und Windows Live.

Die Inspiration für die neuen Funktionen scheint klar: Zum einen ist Microsoft-Mitgründer Bill Gates ein erklärter Fan des Outlook-Helfers. "Wir finden Xobni sehr, sehr cool", lobte er auf einer Entwicklerkonferenz Anfang 2008, auf der er das Programm vorführte. Zum anderen wählte der Software-Riese Xobni für sein "BizSpark"-Programm aus, das junge Firmen fördern soll. Das hält Outlook allerdings nicht davon ab, der kleinen Partnerfirma nun Konkurrenz zu machen. "Unser Verhältnis zu Microsoft ist etwas zwiespältig", räumt Brezina ein, gibt sich aber unbeeindruckt. "Wer bisher schon Xobni nutzt, wird auch dabei bleiben", glaubt er, "und alle anderen werden jetzt um so eher auf uns aufmerksam."

Die PC-Version der Software analysiert alle Daten und E-Mail-Gewohnheiten, ohne mit Xobni Kontakt aufzunehmen - deshalb müsse sich niemand um seine Privatsphäre sorgen, versichert Brezina: "Wir bekommen Ihre E-Mail nie zu sehen, alles passiert vor Ort auf dem PC." Für Blackberry-Smartphones gibt es seit kurzem auch eine Mobilversion; Hersteller RIM gehört, ebenso wie der Netzwerkausrüster Cisco, zu den Xobni-Investoren. Ein Internetdienst, "Xobni One", stimmt E-Mails und Adressbuch-Informationen zwischen PC und Blackberry ab. Dabei werden Daten an die Firma übertragen, bei E-Mails allerdings laut Xobni keine Inhalte, sondern lediglich die Adressen und Betreffzeilen.

"E-Mail steht im Mittelpunkt"

Dass neue Arten zu kommunizieren, etwa direkte Nachrichten bei Facebook oder Skype, E-Mail verdrängen können, glaubt Matt Brezina nicht. "Wenn Menschen sich einmal an etwas gewöhnt haben, ändern sie ungern ihr Verhalten", argumentiert der Jungunternehmer. "E-Mail steht im Mittelpunkt moderner Kommunikation, und alle, die behaupten, E-Mail sei tot, wollen nur etwas anderes verkaufen. Denn E-Mail stirbt nicht, sondern im Gegenteil: E-Mail wächst weiter."

Die Marktforscher von der Radicati Group geben ihm Recht. Im Jahr 2013, sagen sie voraus, werden nicht mehr 250 Milliarden E-Mails am Tag verschickt, sondern 507 Milliarden - mehr als doppelt so viele.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.