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Prognose von US-Industrieverband: Ein Blick in die digitale Kristallkugel

Smartphones und die mit ihnen entstandenen App-Ökosysteme könnten, in Verbindung mit neuen Netztechnologien, die bisherige Computer-Hierarchie völlig umkrempeln. Ein Trendreport des US-Industrieverbands Consumer Electronics Association versucht einen Ausblick auf die nächsten fünf Jahre.

Die Zukunft der Technik - wird sie das Ende des PC bringen?

Die Zukunft der Technik - wird sie das Ende des PC bringen?

Für die frühen Vorläufer der Smartphones gab es kaum Applikationen. Die ersten Modelle, die auf den Markt kamen - etwa Windows Mobile, Nokias Series 60 und das auf Palm-OS basierende Treo - hatten E-Mail, Browser und Kalenderprogramme entweder im Betriebssystem eingebaut oder waren vom Mobilfunkanbieter mit entsprechenden, hauseigenen Systemen ausgestattet. Daneben gab es einige Anwendungen auf dem grauen Markt zu kaufen, die aber offiziell nicht vom Handyhersteller unterstützt wurden.

Die Apps haben alles verändert

Apple gilt seit der Einführung des App Store für iPhone-Modelle 2007 als Wegbereiter des App-Stores, einem zentralen Katalog von Anwendungsprogrammen, der mit dem Gerät selbst angesteuert werden kann. Anwender können aus einer Vielzahl von Apps auswählen, das gewünschte Programm kopieren, installieren und bezahlen - alles mit zwei oder Klicks. Jede Handy-Plattform hat inzwischen ihren eigenen App-Markt. Für das in allen Stores sehr breite Angebot sorgen vor allem Spielehersteller. Die Marktforschungsfirma Distimo, die sich ausschließlich mit der Analyse von App-Märkten befasst, schätzt beispielsweise den Anteil von Spielen unter den kostenlosen Apps für Apples iPhone auf über 90 Prozent. Und auch unter den zehn meistverkauften bezahlten Programmen sind acht Spiele.

Handygames dominieren den App-Markt

Das Verblüffende daran ist, dass fast alle dieser Games zur Kategorie der Gelegenheitsspiele zählen. Auf Mobilgeräten werden diese einfachen, grafisch und inhaltlich simpel gestrickten Spiele häufig mit der gleichen Intensität gespielt wie fotorealistische, teure Programme auf Spielkonsolen. Der US-Industrieverband Consumer Electronics Association fand heraus, dass über 80 Prozent aller Smartphone-Besitzer ihr Handy mindestens 15 Minuten pro Woche zum Spielen nutzen. Mehr als die Hälfte verbringt über eine Stunde wöchentlich mit den Taschenspielereien und zehn Prozent der Verbraucher spielen mindestens 16 Stunden auf dem Telefon. Zwischen qualitativ hochwertigen Spielen und dem gelegentlichen mobilen Zeitvertreib zum Mitnehmen bietet der Markt also eine Menge Chancen. Analyst Jack Cutts von der CEA rechnet daher mit einer neuen Generation von Smartphones, deren Display und Grafikverarbeitung auf 3D-Spiele ausgelegt ist. Solche Spielelandschaften mit komplexer Grafik laufen bislang nur auf Spielkonsolen und Hochleistungs-PCs. Doch vor allem Hardware-Hersteller, die sowohl im Spielemarkt als auch bei Mobilgeräten mitmischen, werden ihre Position durch die Portierung erfolgreicher Spiele auf den Smartphone-Sektor besser ausnutzen wollen, bemerkt Cutts. Playstation-Hersteller Sony hat bereits eine Smartphone-Version der erfolgreichen Playstation Portable in Aussicht gestellt. Nintendos 3D-Version der Taschenkonsole DS steht für 2011 in den Startlöchern. Und Cutts rechnet damit, dass auch Microsoft bald nachziehen wird: "Wenn auch nur ein Bruchteil der 40 Millionen Anwender von der Microsoft-Konsole Xbox auf ein Smartphone umsteigt, würde das ihren Marktanteil verdoppeln." Von seinem neuen Smartphone-Modell Windows Phone 7, das enger als bisher eine Verbindung zur Xbox ermöglicht, hat Microsoft bisher gut 1,5 Millionen Stück verkauft.

Die Prognosen der CEA für die kommenden Jahre:

2012: Ohne Draht ins Netz

Mit dem zügigen Ausbau ihrer Mobilfunknetze machen sich Breitbandanbieter für den nächsten großen Sprung bereit, den die CEA auf 2012 terminiert: Anwender sollen völlig auf einen verdrahteten Internet-Hausanschluss verzichten und nur noch mobil ins Netz gehen. Der neue Funkstandard LTE, den die wichtigsten Provider bereits in mehreren Großstädten anbieten, verspricht Übertragungsleistungen von bis zu 20 Megabit pro Sekunde beim Downlink, also in Richtung des Geräts. Die Mehrheit der US-Haushalte erreicht mit einem DSL-Anschluss derzeit kaum vier Megabit pro Sekunde. Dazu komme, dass der LTE besser auf "symmetrischen Datenverkehr" ausgerichtet sei, bemerkt Cutts. Anstatt Daten nur in Richtung des Verbrauchers zu beschleunigen, werden auch die sogenannten Uplink-Daten, die der Nutzer aktiv verschickt, ähnlich schnell befördert. Dazu gehören vor allem Voip-Gespräche und Videokonferenzen, aber auch Bilder und Videos, die auf Portale und soziale Netzwerke hochgeladen werden.

2013: Elektronische Geldbörsen

Verbesserungen der Zugangstechnologie spielen nach den Erhebungen der CEA für das Nutzerverhalten eine fundamentale Rolle. Die jüngsten Studien zeigen, dass etwa die Hälfte der US-Haushalte sich mehr Online-Aktivitäten wie Videotelefonate und den Austausch von Fotos und Videos wünscht. 2013 könnte mit der kontaktlosen Bezahlung eine entscheidende Basisfunktion dazu kommen. Zusammen mit Kreditkartenanbietern bauen die Mobilfunkprovider ihre Netze zu einem Zahlungssystem aus, das das Smartphone zu einer allseits akzeptierten elektronischen Geldbörse machen soll. Sowohl Mastercard als auch American Express haben bereits Chips für die kontaktlose Datenübertragung in ihre Karten eingebaut. Visa arbeitet nun in einem Feldversuch mit den Mobilfunkanbietern AT&T und Sprint an einem Zahlungssystem mit Near Field Communication (NFC) als Übertragungsstandard. Ein NFC-Chip im Handy liefert bei diesem Kurzstreckenfunk quasi im Vorbeigehen die Zahlungsinformation an ein Kassensystem.

2014: Ende der PC-Ära?

Nur noch für die rechenintensivsten Anwendungen wird ein herkömmlicher PC nötig sein, so die Prognose der CEA-Analysten. Hardware und Schnittstellen der Mobilgeräte entwickeln sich demnach in einem Tempo weiter, das sie in circa vier Jahren zu einem vollwertigen Ersatz für den Laptop-Computer machen soll. Die leistungsfähigsten Smartphones werden schon bald mit der vom Notebook bekannten Docking-Station ausgeliefert, glaubt Cutts. Die Preise für Speicher sollen drastisch fallen, das Fassungsvermögen für Daten als limitierender Faktor entfallen. Software-Anbieter sorgen für eine nahtlose Wanderung von Daten und Anwendungen zwischen Geräten. Dateiformate und Display-Auflösungen fügen sich automatisch in die Anwendungssituation zwischen Mobilgerät, Desktop-Monitor oder TV-Schirm ein. Zwei Geräte durch einen einzigen portablen Computer zu ersetzen, werde viele Verbraucher überzeugen, orakelt Cutts.

2015: Der Käufer hat die Wahl

In etwa fünf Jahren wird schließlich sogar die herrschende Fragmentierung der Mobilnetze in verschiedene Funkstandards beseitigt sein, glaubt die CEA. Durch die unterschiedlichen Techniken der Provider haben etwa US-Kunden nur eine begrenzte Auswahl an Endgeräten. Was für die meisten europäischen Länder selbstverständlich ist - freie Wechselmöglichkeiten zwischen Netzen und Geräten - wird beispielsweise Kunden in Japan und den USA durch horrende Zusatzkosten erschwert. Der kommende LTE-Standard sowie auch die Wimax-Technologie - eine Weiterentwicklung des WLAN - bieten jedoch das Potenzial, alle Provider-Netze im gleichen Funkspektrum zu betreiben und dabei einheitliche Geräte-Identifikationen nach Art der SIM-Karte zu verwenden. "Letztendlich muss natürlich der Verbraucher solche Innovationen bezahlen," stellt CEA-Mann Cutts klar. Die Kostenvorteile und der entstehende Wettbewerbsdruck durch die Austauschbarkeit von Produkten und Diensten gebe jedoch jedem die Chance, Preisvorteile auszunutzen.

Erich Bonnert, DAPD / dapd
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.