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Schadenersatz: iPod-Erfolg kommt Apple teuer zu stehen

Weil die Laufzeiten des iPod nur fünf statt den von Apple angebenden zwölf Stunden betragen haben, muss der Computerhersteller 100 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Außerdem wird Apple wohl seinen Chiphersteller wechseln.

Der iPod, Apples Vorzeige-MP3-Spieler, droht für den Computerhersteller zu einem teueren Erfolg zu werden. Weil die Akkus des Geräts deutlich kürzere Laufzeiten haben, als von Apple beschrieben, muss das Unternehmen in den USA nun 100 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Statt den angegebenen zwölf Stunden, sollen die Akkus nur fünf Stunden Energie geliefert haben.

Eine außergerichtliche Einigung sieht nun vor, dass Apple an die rund zwei Millionen Käufer der ersten drei iPod-Generationen jeweils einen Gutschein in Höhe von 50 Dollar ausgeben muss.

Diskutiert wird bei Apple seit zwei Wochen auch die jüngsten Chip-Pläne des Computerherstellers. An diesem Montag wird das Ende der Spekulationen um einen Wechsel vom langjährigen Partner IBM zum weltgrößten Chiphersteller Intel erwartet. Auf der Apple Entwickler-Konferenz in San Francisco werde Apple-Chef Steve Jobs seine Pläne bekannt geben, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Unternehmensnahe Kreise. Damit könnte die fast neunjährige Zusammenarbeit mit IBM beendet sein.

Der Computerpionier IBM liefert PowerPC-Prozessoren für Apples Flaggschiff Macintosh. Nach Informationen des Online-Magazins "Cnet" hatte der Computerbauer in der Vergangenheit immer wieder Lieferprobleme des Technologiekonzerns beklagt. Für größere Spannungen dürften jedoch dem Magazin zufolge unterschiedliche Interessen gesorgt haben. So habe sich Apple eine breite Palette von PowerPC-Prozessoren gewünscht, IBM jedoch an der Profitabilität eines solchen Geschäfts mit kleinen Stückzahlen gezweifelt. Nach Erhebungen des Marktforschungsinstituts IDC hatte Apple in den ersten drei Monaten dieses Jahres gegenüber rund neun Prozent im Jahr 1993 nur noch einen Marktanteil von 2,3 Prozent weltweit erreicht.

Partnerwechsel gleich Strategiewechsel

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass ein Partner-Wechsel zu Gunsten von Intel einen wichtigen Strategiewechsel des Unternehmens bedeuten könnte. Eine entsprechende Entscheidung könnte Apple helfen, preisgünstiger zu produzieren und sicherzustellen, dass seine Macintosh-Rechner auch gegenüber Anbietern wie Dell wettbewerbsfähig bleiben. Den Massenmarkt hatte der renommierte Computerbauer und iPod-Hersteller zuletzt mit seinem "Mac mini" adressiert, einem Rechner, den Apple erstmals in der Geschichte des Unternehmens für unter 500 Dollar in den Handel brachte.

Mit Material von Reuters
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