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Schaltkreise: Diese Moleküle machen's sich selbst

IBM ist nach eigenen Angaben ein bedeutender Schritt zur Miniaturisierung von Chips gelungen. Forscher haben eine Technik entwickelt, mit der sich Moleküle selbstständig zu Schaltkreis-Mustern gruppieren.

IBM ist nach eigenen Angaben mit Hilfe der Nanotechnologie ein bedeutender Schritt zur Miniaturisierung von Chips gelungen. Forscher des weltgrößten Computerkonzerns haben eine Technik entwickelt, mit der sich Moleküle selbstständig zu Schaltkreis-Mustern gruppieren. Das teilte das Unternehmen in Armonk (New York) mit.

Das Verfahren könnte die aufwendigen lithographischen Prozesse ablösen, mit denen bislang die winzigen Schaltkreisstrukturen auf Computerchips aufgebracht werden. Gleichzeitig sei das Verfahren mit den bislang eingesetzten Werkzeugen zur Chip-Herstellung kompatibel.

Neue Möglichkeiten eröffnet

"Die Selbstanordnung eröffnet neue Möglichkeiten zur Strukturierung (von Computerchips) in kleineren Dimensionen, als es bisher möglich war", sagte IBM-Forscher T.C. Chen. Die Wissenschaftler in der Halbleiterindustrie forschen längst in Größenordnungen von Atomen. Die Leistung und Funktionsweise eines Prozessors wird durch die lithographisch aufgebrachte Struktur bestimmt. Die Breite der Strichführung der Lithographien gelten jedoch bislang als eine Größe, die nicht unterschritten werden kann.

Vermutliche keine neuen Herstellungswerkzeuge notwendig

Die IBM-Forscher haben den Angaben zufolge mit dem neuen Verfahren erstmals kritische Eigenschaften eines Speicherbausteins aus Kunststoff (Polymer) nachgebildet, das in herkömmlichen Flash-Speichern für den Einsatz zum Beispiel in Mobiltelefonen genutzt wird. Da das Verfahren mit herkömmlich genutzten Herstellungswerkzeugen realisiert werden kann, würden keine hohen Kosten für die Produktionsumstellung entstehen, hieß es.

DPA
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