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Scheibes Kolumne: Computer-Alpträume

Stern.de-Kolumnist Scheibe trifft sich mit seinen Freunden Jörgi, Cookie und Robert im Falkenseer Landhaus. Bei einem frisch gezapften Bier geben die sonst so harten Jungs endlich einmal zu, nah am Wasser gebaut zu haben und sehr sensibel zu sein. Sie sprechen über... Computer-Alpträume.

"Habt ihr die aktuelle Staffel von Popstars auf Pro7 gesehen?", pruste ich los und lasse Bierschaumblasen von meinem Humpen Köstritzer Schwarzbier aufsteigen. "Die Kerle heulen da alle rum. Das sind vielleicht Mimosen. Männer flennen doch nicht."

Während ich noch einen kernigen Schluck nehme, um meine Worte wirken zu lassen, stochern Jörgi, Cookie und Robert nur betreten in ihrem Essen herum.

Auf kleinen haarigen Beinen

Jörgi schaut auf: "Weißt du, ich finde es gut, wenn Männer auch einmal weinen. Eigentlich bin ich sehr nah am Wasser gebaut. So plagen mich zurzeit heftige Alpträume. In meinem Traum sitze ich an meinem Rechner, und mein PC empfängt im Hintergrund eine Mail nach der anderen. Hunderte von Mails sind das, die ich da plötzlich bekomme. Und in den Mails stecken lauter kleine Viren, die sofort aus ihren elektronischen Briefumschlägen krabbeln. Sie wuseln wie eine Mischung aus Spinne und Strandkrabbe auf kleinen haarigen Beinchen umher und fressen alle meine Fenster an. Ein besonders dickes Virus hat sich meine fast fertige Doktorarbeit geschnappt. Schmatzend stopft es den ganzen Text in sich hinein. Ein anderes hat mein verstecktes Verzeichnis mit den Sexfotos gefunden. Das Virus verschickt die Bilder dann sofort an meine Freundin und an meinen Chef. Und kichert dabei ganz gemein."

Jörgi hält kurz inne, seine Lippen zittern. "Dann haben die Viren alle Fenster und Icons komplett aufgefressen. Ich höre es nun auch im Inneren des Bildschirms rumoren. Plötzlich fressen sich die Viren durch die TFT-Schicht und nagen sich ins echte Leben durch. Schon bald ist von meinem Bildschirm nur noch der Standfuß übrig. Auch aus dem PC-Tower ertönen nagende Geräusche. Die ersten Beinchen schieben sich aus dem Diskettenfach. Sie sind einfach überall."

Jörgi bricht schluchzend zusammen. Während ich mich noch wunderte, was aus meinen Sprüche-klopfenden Machofreunden geworden ist, hebt auch schon der nächste an.

Diese Pam ist irgendwie anders

Robert schaut verzweifelt an die Decke. "Ich kenne das mit den Alpträumen. Ich träume immer wieder den gleichen Traum. Ich sitze am Computer und chatte mit Pamela Anderson. Sie gesteht mir, dass sie deutsche Männer total scharf findet. Sie würde gerne einmal vorbeikommen, sodass ich ihr den Tommy Lee machen kann. Tatsächlich klingelt es nur fünf Minuten später. Es ist aber nicht die Baywatch-Nixe, die da vor der Tür steht, sondern ein bärtiger Fernfahrer mit dem Bauchumfang eines Whiskey-Fasses. Noch schlimmer: Er ist fast nackt. Sein extrem behaarter und sehr fleischiger Körper steckt nur noch in einem pinkfarbenen Stringtanga, der bereits bis zum Platzen gespannt ist. Der Typ fesselt mich mit Handschellen an mein eigenes Bett und sagt dann immer wieder: 'Sei nett zu deiner Pamela. Sei nett.' Den Rest könnt ihr euch ja denken. In meinem Traum werde ich mich nie wieder auf meinen Hintern setzen können. Ich sage euch, ich chatte echt nie wieder."

Robert schaut uns mit einem Gesicht an, in dem keine Regung zu sehen ist. Dann bricht die Fassade auf einmal zusammen, die Züge entgleisen und dicke Kullertränen ergießen sich über seine bebenden Wangen: "Ich werde nie wieder auf der Autobahn einen Lastwagen überholen können, ohne dabei Angst zu bekommen."

Ich kann es nicht fassen. Vorsichtig schaue ich mich im Falkenseer Landhaus um. Neben mir sind zwei Freunde heulend auf ihren Stühlen zusammengebrochen und schluchzen wie die Schulmädchen. Niemand schaut zu uns herüber, aber ich kann förmlich spüren, wie wir öffentliches Interesse erregen. "Cookie", sage ich, "enttäusch mich nicht: Bleib wenigstens du ein ganzer Mann."

Doch Cookie reißt plötzlich die Hände in die Höhe und stößt einen schrillen, lauten Schrei aus, der dann nach endlosen Sekunden in ein dumpfes Grollen übergeht. Alle gucken.

"Ist ja gut, ist ja gut", murmele ich und klopfe ihm hilflos auf den Rücken, als ob er Schluckauf hat.

Invasion der Dialer

"I-i-ich hab auch so Alpträume", greint Cookie stotternd. "Ich bin im Internet unterwegs und besuche ganz viele Seiten. Dabei werden automatisch richtig teure Dialer installiert, ohne dass ich etwas davon bemerke. Mehrere Dialer werden parallel aktiviert und der Gebührenticker zählt hoch. Erst 100 Euro in der Minute, dann 200, dann 300. Ich merke nix und surfe fröhlich weiter. Mache nichts Sinnvolles, sondern lese Online-Comics, schaue mir nackte Mädels an und suche nach anderem Blödsinn. Dann klingelt plötzlich mein Banker an der Tür. Er sagt mir mit Grabesstimme, dass ich drei Millionen Euro in den Miesen bin und sofort das Haus verlassen muss, da es zwangsversteigert wird. Als ich ins Ankleidezimmer gehe, um die Koffer zu packen, steht da meine Angetraute und verkauft meine Sachen an einen Second-Hand-Dealer. Der nimmt meine Frau auch gleich mit nach Hause. Das Auto ist weg, mein Portemonnaie auch, und der Hund ist freiwillig zum Nachbarn umgezogen. Währenddessen bin ich weiterhin mit dem Internet verbunden. Nach ein paar Tagen habe ich mehr Schulden am Hals als Hans Eichel."

Der Kellner kommt: "Gibt es ein Problem?"

Inzwischen heulen drei Weicheier dicke Tränen auf den Holztisch.

"Nein, nein", winke ich ab. "Aber wenn Sie eine Extraladung Taschentücher haben, dann nehme ich die gerne".

Als die Taschentücher endlich da sind und ich schon zum Handy greifen möchte, um die Lebensabschnittsgefährtinnen der Kumpels anzurufen, da springen sie alle auf und brüllen: "Reingelegt, angeschmiert!"

Puhh, da bin ich aber erleichtert. So wird wenigstens mein größter Horror nicht wahr. Ein paar Susis als Freunde, das muss ja nicht sein. Hoffentlich werde ich nach diesem Schreck nachts auch gut schlafen können. Mich plagen in letzter Zeit so heftige Alpträume. Aber damit möchte ich Sie nicht belästigen.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.