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Scheibes Kolumne: Ich will keinen Spam!

Immer dieses Geheule: "Die bösen Spam-Mailer verstopfen mein ganzes E-Mail-Postfach". Stern.de-Kolumnist Scheibe ist der Meinung: Wer keine Spam-Mails bekommen möchte, der muss sich nur entsprechend verhalten. Eine provokante These?

Die meisten Anwender, die sich täglich neu über Spam-Mails ärgern, sind selbst schuld daran. Die täglichen Mails aus unbekannter Quelle, die Viagra-Pillen und Windows-XP-Pakete an den Mann bringen möchten, auf imaginäre Lottogewinne hinweisen und deftige Pornofotos auf den Bildschirm zaubern, kommen ja nicht aus dem Nichts. Wer keine Lust auf Spam-Mails hat, kann sich durchaus dagegen schützen. Und das auch ohne fehleranfälligen Spam-Filter.

Punkt 1

Wer eine E-Mail-Adresse von einem weltweit operierenden Mail-Provider wie AOL oder GMX annimmt, der hat meiner persönlichen Meinung nach bereits verloren. Viele Spammer nutzen @aol.com und @gmx.com in Kombination mit einem Zufallsgenerator, der willkürliche Buchstabenkombinationen vor die Domains setzt - und so aus dem blauen Dunst heraus viele Millionen Mail-Adressen generiert. Und die dazu passenden Anwender auch tatsächlich erwischt. Denn unter Garantie gibt es einen Peter@aol.com oder eine Susi@gmx.com. Besser ist es also, eine E-Mail-Adresse zu verwenden, die auf eine eigene Domail verweist. Eine entsprechende Homepage-Adresse gibt es bei 1&1 oder bei ähnlichen Providern für läppische Cent-Beträge im Monat.

Punkt 2

Die eigene E-Mail-Adresse sollte nicht im Web veröffentlicht werden. Viele Spam-Versender schicken findige Robot-Programme aus, die jeden Tag Millionen Homepages scannen und alle hier abgelegten E-Mail-Adressen automatisch auslesen. Diese Adressen werden natürlich sofort verwendet, um neue Werbe-E-Mails auszusenden. Profis nutzen inzwischen Java-Tools, um die eigene E-Mail-Adresse auf der Homepage so zu chiffrieren, dass sie zwar angezeigt wird und sich auch weiterhin anklicken lässt, allen Spam-Robotern aber nur einen unbekömmlichen Buchstabensalat präsentiert.

Punkt 3

Die persönliche E-Mail-Adresse darf auf keinen Fall den falschen Leuten mitgeteilt werden. Viele US-Sexseiten im Internet fragen die E-Mail-Adresse der Besucher ganz scheinheilig als "Altersnachweis" ab, um den Besuchern dann den Zugang zu Live-Shows und gigantischen Fotokollektionen freizuschalten. Was der naive Besucher nicht ahnt: Die dabei gesammelten Adressen werden sofort weiterverkauft, vor allem an große Sexclubs, die sofort damit beginnen, die armen Surfer mit täglichen Pornowerbemails zu bombardieren. Auch die Gewinnspiel- und Warenproben-Dienstleister, die im Internet ihre Angebote zeigen, verkaufen die E-Mail-Adressen manchmal weiter. Dann wundert sich der Anwender sehr, dass er auf einmal so viel unerwünschte Post bekommt.

Also: Wer keine Spam-Post erhalten möche, behält seine E-Mail-Adresse einfach für sich und stellt sie auf keinen Fall ins Web. Sinnvoll ist es allemal, sich eine zweite E-Mail-Adresse zuzulegen, die dann ausschließlich dafür genutzt wird, um sich bei Gewinnspielen im Internet anzumelden oder um die eigene Adresse in Online-Formulare aller Art einzutragen. Hier ist dann aber durchaus mit einer Spam-Flut zu rechnen. Zumindest im Kampf gegen die deutschen Werbetreibenden ist es hilfreich, die eigene Mail-Adresse bei der deutschen Robinson-Liste (www.erobinson.de) einzutragen. Viele nationale Spam-Versender gleichen ihre Liste mit der Robinson-Liste ab: Wer keine Werbung erhalten möchte, soll auch keine bekommen.

Eine gute Idee setzt der Spamgourmet um. Der Dienst erlaubt es den hier angemeldeten Anwendern, in Eigenregie Wegwerf-E-Mail-Adressen zu generieren. Der Clou: Nur die ersten 20 Mails, die an diese Wegwerf-E-Mail-Adresse gerichtet werden, leitet der Dienst an die eigentliche "richtige" Mail-Adresse weiter. Alle anderen Mails werden automatisch gelöscht. Wer also weiß, dass die Online-Anmeldung etwa zur Freischaltung einer Gratis-Software oder eines Gratis-Angebots unweigerlich eine unerwünschte Werbeflut nach sich zieht, kann ihr auf diese Weise geschickt begegnen.

Carsten Scheibe, Typemania

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.